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Blame It On My Youth

Viktoria Tolstoy

Kaza/EMI 5 32620 2
(49 Min., 2/2001) 1 CD

Jazzsängerinnen buhlen in letzter Zeit verstärkt aus dem hohen Norden um unsere Aufmerksamkeit; die sechsundzwanzigjährige, vom gleichnamigen Romancier abstammende Viktoria Tolstoy legt nun auch schon ihr viertes Album vor. Der gebürtigen Schwedin steht ein druckvoll agierendes Begleittrio zur Seite, dessen Kopf Jacob Karlzon außer Klavier noch Hammondorgel, Vibrafon und Marimba spielt, was spannende Arrangements ermöglicht. Die ausgewählten Standards sind auch nicht gerade öde: Steve Kuhns "Saga Of Harrison Crabfeathers" zum Beispiel ist ein echter Fund, und wann hört man "Laura" oder Horace Silvers "Peace" schon jemals gesungen?
Wie es das Motto des Albums nahe legt, kann man die Schuld daran, dass diese CD so gut gelungen ist, schon auf Tolstoys Jugend schieben: Sie geht mit ungewohnter Frische an die Stücke, aber ohne Talent würde ihr die gar nichts nützen. Dabei helfen ihrer nicht sehr tragfähigen, aber angenehm ins Ohr gehenden Stimme das rauchige Timbre, die gut verständliche, akzentfreie Aussprache und ein genaues Empfinden dafür, wann sie aufs Ganze gehen und wann sie sich zurücknehmen muss, um maximale Wirkung zu erzielen. Der streckenweise fehlende Tiefgang mag ihr mit der Reife noch zuwachsen.

Mátyás Kiss, 08.11.2001



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