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The Complete RCA Victor Small Group Recordings

Benny Goodman

BMG 09026 68764 2
(210 Min., 1935 - 1939) 3 CDs

Während Goodman mit seinem Orchester ab 1935 landauf, landab für Furore sorgte (nicht zuletzt durch regelmäßige Radioübertragungen), widmete er sich weiterhin den kleinen Besetzungen, die seiner Big Band Verschnaufpausen ließen. Dabei begleitete ihn der Schlagzeuger Gene Krupa und der Pianist Teddy Wilson, und von Mitte 1936 an auch der Vibrafonist Lionel Hampton. Komplett war das erste, nie mehr übertroffene Benny-Goodman-Trio bzw. -Quartett, das bis Ende 1937 zusammenblieb. (Es bestreitet hier die ersten beiden CDs; weiteres Repertoire enthält die grandiose Doppel-CD "On The Air 1937-1938", Sony 472990 2).
Goodman war seit seinen Dixie-Anfängen kleinere Formationen gewohnt; das bahnbrechend Neue allerdings bestand bei aller Virtuosität, Vitalität und Reaktionsschnelligkeit im letztlich kammermusikalischen Ideal, das dem mit klassischer Technik gesegneten Klarinettisten Goodman entgegenkam und einen spannenden Kontrast zur Klangfülle und vorwiegend kommerziellen Ausrichtung des Orchesters bildete.
Hinzu kam die für damalige Verhältnisse gewagte Rassenmischung – Musikgruppen waren bis dahin entweder rein schwarz oder rein weiß gewesen, doch Goodman wählte seine Musiker allein nach ihrem Können aus. So groß war die Popularität der Mitglieder des Quartetts, dass ein jeder schon bald seine eigene, ebenfalls sehr gefragte Big Band gründen konnte.
Dies bedeutete für die Urbesetzung natürlich das Aus, doch das Modell hatte Schule gemacht – zunächst in Form des populären John-Kirby-Sextetts oder der für Aufnahmezwecke zusammengestellten "Small Groups" aus Mitgliedern der Orchester von Duke Ellington oder Count Basie. Nach dem Krieg schließlich wurde die Combo, bedingt durch Geldknappheit und Stilwandel, zum Normalfall der Jazzpraxis.

Mátyás Kiss, 31.01.1998



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