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Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, William Walton u.a.

Klavierkonzert Nr. 4, Violinkonzert (1. Satz), Cellokonzert

Artur Rubinstein, Jascha Heifetz, Gregor Piatigorsky, London Philharmonic Orchestra, Antal Doráti u.a.

EMI DVA 4928409
(93 Min., 1949, 1957, 1967/1968) 1 CD, PCM-Mono, PAL 4:3

Dass es zwischen Arthur Rubinstein und Jascha Heifetz gehörig geknistert hat, belegen eindrucksvolle Ton-Dokumente und zahlreiche Anekdoten. Vermittelnder Pol in dem zweiten Rubinstein-Heifetz-Trio war der Cellist Gregor Piatigorsky.
Aus ihrem Schatten ist Piatigorsky aber genauso wenig herausgetreten, wie er stets erst nach Casals und Feuermann genannt wurde. Was angesichts seines ungeheuer warmen Tons, mit dem er die organische Entwicklung und die Klarheit der Linienführung gleichermaßen vorantreiben konnte, unverständlich ist.
Für ein wenig Rehabilitation sorgt dieser Mitschnitt aus der Londoner Royal Albert Hall von 1957, als Piatigorsky das für ihn komponierte Cello-Konzert von William Walton spielte. Und das zum Plädoyer für die gemäßigte Moderne und für Piatigorskys Sinn für Klanggenuss und Formzusammenhang wurde.
Die Konzertdokumente dieser DVD, die sich ganz den Einzelleistungen der ehemaligen Mitglieder des so genannten "Eine-Million-Dollar-Trios" widmet, zeigen aber bei allem musikantischen Furor, wie ähnlich sich die Interpreten auf dem Podium präsentierten. Alle drei verlieren nie ihre Grand-Seigneur-Haltung. Heifetz nicht, von dem ein Ausschnitt aus der Fernseh-Reihe "Telephone Hour" zu sehen ist, wo er mit durchdringendem Blick und mit der Noblesse einer klassizistischen Haltung den 1. Satz von Mendelssohns Violinkonzert spielt. Und natürlich war Rubinstein ganz Gentleman, als er 1976 in der Londoner Royal Festival Hall Beethovens viertes Klavierkonzert aufführte - und damit alle Zweifler widerlegte, die behaupteten, dass er mit den Beethoven-Konzerten nie viel anfangen konnte. Wie Rubinstein sein Instrument zum "Reden" bringt, wie vehement und differenziert er gelassene Unbekümmertheit vor Altersweisheit stellt - das ist ein ganz besonderes Musik-Schauspiel.

Guido Fischer, 19.12.2002



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