Responsive image
Ferruccio Busoni, Alfredo Casella, Emilia Gubitosi

Klavierkonzerte

Sergio Fiorentino

fabula classica/bella musica FAB 29908-2
(74 Min., 12/1959, 3/1964, 3/1972) 1 CD

Ein vergessener Tasten-Magier präsentiert sein stupendes Können anhand von etwas abseitigem Repertoire gemeinsam mit einem auf dieser CD namenlosen Geister-Ensemble (wahrscheinlich das Orchester des RAI), dessen Dirigent ebenfalls ungenannt bleibt: Ohne Zweifel eine hervorragende CD für einen schauerlich-schönen, atmosphärischen Herbst- oder Winterabend. Ferruccio Busoni verarbeitete in seiner Indianischen Fantasie op. 44 angeblich originale Themen der Ureinwohner Amerikas, die ihm seine Schülerin Natalie Curtis mitteilte, zu einem ungeheuer virtuosen Klavierkonzert. Im Falle des Klavierkonzerts von Emilia Gubitosi (1877-1972) ist nicht nur das Werk, sondern mit ihm auch die Komponistin in Vergessenheit geraten (der Bielefelder Katalog enthält kein einziges Stück der Neapolitanerin). Mag sein, dass es sich nicht um ein Meisterwerk handelt, wie der Beiheft-Autor lapidar vermerkt: Hörenswert ist diese u. a. durch die hohen pianistischen Anforderungen sehr ansprechende, hemmungslos im spätromantischen Duktus gehaltene Komposition allemal. Und Sergio Fiorentino? Er erweist sich als schlechthin perfekter Pianist, bei dem sich technisches Vermögen und interpretatorische Seriosität in unerschütterlicher Balance befinden - im Blick auf seine offensichtliche Liebe zu außergewöhnlichem Repertoire vielleicht eine Art Marc-André Hamelin seiner Zeit.

Michael Wersin, 06.03.2004



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Variationenwerke sind oft gähnend langweilig. Es ist eine Kunst, das immer Gleiche mit etwas immer Neuem so zu verquicken, dass das Thema, auf dem alles basiert, stets subtil präsent ist, aber in den einzelnen Variationen dennoch überraschend neue, wunderbare Welten entstehen. Wohl kaum jemand beherrschte diese Kunst so gut wie Johann Sebastian Bach. Seine Goldberg-Variationen, im Original für Cembalo entstanden, sind ein unbestrittener Höhepunkt der Variationenkunst des Barock. In der […] mehr »


Top