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Ferdinand Ries

Klavierkonzerte Vol. 2

Christopher Hinterhuber, Sinfonieorchester Gävle, Uwe Grodd

Naxos 8.557844
(60 Min., 1/2006) 1 CD

Unter den romantischen Komponisten der ersten Generation war der 1784 geborene Ferdinand Ries am ehesten derjenige, der etwas vom Geist Beethovens in die Romantik hinüberzuretten versuchte. Seine Streichquartette lehnen sich teilweise überdeutlich an die Rasumowsky-Quartette seines Lehrers an, und auch in den Klavierkonzerten tauchen öfter Reminiszenzen an Beethovens besonders romantik-taugliches c-Moll-Konzert auf. Vor allem war Ries aber einer der großen Klaviervirtuosen seiner Epoche, und ähnlich wie in den Konzerten seiner Wiener Kollegen Hummel und Czerny, denen Ries’ Konzerte nahe stehen, wimmelt es darin von virtuosem Passagenwerk und Diskantgeglitzer. Im 1812 komponierten cis-Moll-Konzert, das Christopher Hinterhuber zusammen mit zwei kleineren, eher schmissigen als subtilen Konzertstücken zur zweiten Folge seiner Gesamtschau der Klavierkonzerte gebündelt hat, ergänzen sich diese Zutaten zu einer stimmigen Mischung, wenn auch hier, etwa im Finale, die Themen ein bisschen banal wirken – eine generelle Schwäche von Ries. Hinterhuber spielt flüssig, mit der nötigen Durchsetzungskraft und Flexibilität, wenn auch ohne die Extraportion Finesse und Eleganz, mit der Howard Shelley seine Einspielungen frühromantischer Klavierkonzerte adelt.

Jörg Königsdorf, 13.10.2007



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