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Giuseppe Tartini, Donald Crockett

To Be Sung On The Water

Michelle Makarski, Ronald Copes

ECM/Universal 476 3102
(53 Min., 3/2004) 1 CD

Gelenkiges Handwerk muss man auch bei den Sonaten für Violine solo besitzen, die Giuseppe Tartini zwischen 1745 und 1770 komponierte. Wie im "Allegro" der Sonate II d-Moll, in der das Stimmengeflecht mit kleinen Triller-Gemeinheiten dekoriert worden ist. Aber ansonsten sind die von Michelle Makarski in Artikulation, Puls und Phrasierung ideal erfassten Sonaten doch ein ganz anderes Kaliber als Tartinis bekannte, weil alle Höchstschwierigkeiten in sich vereinende Teufelstrillersonate. Die drei Sonaten sind beredt statt oberflächlich hypervirtuos, kosten sie Momente aus, wo es Tartinis Kollegen à la Corelli nach vorne drängt.
Makarski wollte mit der Einspielung aber nicht allein den Finger auf diese Repertoire-Entdeckungen legen. Als eine musikalisch umfassend gebildete und gestählte Violinistin, die es oftmals bis hinein in den Jazz gezogen hat, bringt sie Tartini in einen Dialog mit dem amerikanischen Komponisten Donald Crockett. Die beiden Stücke, die Crockett 1988 und 1996 für Makarski komponierte, besitzen mal minimalistische Tiefe und fast sakrale Würde ("To Be Sung on the Water" für Violine und Viola), mal wie in "Mickey Finn" leidenschaftliche Intensität, arabeske Delikatesse und rhythmischen Schwung. Und Makarski? Ihr Spiel leuchtet und stellt Fragen, beunruhigt und versöhnt. Musik als Lebensweg.

Guido Fischer, 09.06.2006



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