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Josef Suk

Piano Quintet, Piano Quartet

Nash Ensemble

Hyperion CDA 67448
(73 Min., 11/2003, 12/2003) 1 CD

Aus heutiger Perspektive erscheinen die frühen Kammermusikwerke Josef Suks (1874-1935), Schüler und Schwiegersohn Antonín Dvořáks, wie ein wehmütiger Abgesang auf jene letzten Jahre des 19. Jahrhunderts, in denen sich weite Bereiche des musikalischen Schaffens unter Beibehaltung, Weiterentwicklung und Übersteigerung des romantischen Idioms unweigerlich schon auf jenen Bruch zu bewegten, der sich wenig später u. a. im Wirken der "Neuen Wiener Schule" manifestieren sollte.
Der Ideen- und Ereignisreichtum dieser Kammermusik mit ihren mal schmachtenden, mal energisch-markanten Streichermelodien über wuchtig-vollgriffigem Klaviersatz, die sich mit duftig-durchsichtigen oder verträumten Passagen abwechseln, überwältigt den Hörer trotz der formalen Konventionalität der Stücke; das zu Grunde liegende Bestreben des Sich-Verausgabens in puncto Virtuosität, des leidenschaftlichen Sich-Verströmens in emotionaler Hinsicht verfehlt seine mitreißende Wirkung nicht. Das brillante Nash Ensemble tut sein Übriges dazu: Mit gewohnter technischer Perfektion und interpretatorischer Hingabe zelebrieren die englischen Musiker die berauschenden klangschwelgerischen Ergüsse Josef Suks, in jedem Moment ein Höchstmaß an Energie, Stringenz, Eleganz und lyrischem Schmelz aufbringend. Kein Zweifel: Eine Spitzenleistung.

Michael Wersin, 18.09.2004



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