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Charles Villiers Stanford

Requiem, The Veiled Prophet Of Khorassan (Excerpts)

Frances Lucey, Virginia Kerr, Nigel Leeson-Williams u.a., Ireland National Philharmonic Choir, Ireland National Symphony Orchestra, Adrian Leaper, Colman Pearce

Naxos 8.55 5201-02
(104 Min., 2/1994, 4/1994) 2 CDs

Ein umfangreiches sinfonisches Requiem für Solisten, Chor und großes Orchester, entstanden 1896, das sich neben den bekannten Totenmessen aus jener Zeit - Verdi, Fauré, Dvořák - nicht dauerhaft Geltung verschaffen konnte: Der Ire Charles Villiers Stanford (1852-1924), der gemeinsam mit Hubert Parry am Anfang der Wiedergeburt des britischen Musikschaffens steht, komponierte sein Requiem im Angedenken an den 1896 verstorbenen Maler Frederick Leighton. Es handelt sich um ein rund 80 Minuten dauerndes Werk von streckenweise berückender musikalischer Schönheit. Spektakulär etwa das glanzvolle Erstrahlen des "Et lux perpetua luceat eis" nach einfach-verhaltenem Beginn des Introitus; abwechslungsreich und mit ihrer musikalischen Ideenfülle sehr nah am Text die allein schon 30 Minuten lange Vertonung der Sequenz, in der Stanford die ganze Palette seines Könnens zwischen dramatischem Zugriff und lyrischer Kantilenenseligkeit ins Spiel bringt. Das Agnus Dei, gemeinsam mit der Communio zu einem Satz zusammengefasst, gestaltete Stanford originell als ausdrucksstarken Trauermarsch.
Die bereits 1994 entstandene, nun wiederveröffentlichte Aufnahme des irischen Rundfunks ist nach wie vor die einzige Einspielung des Werks, weshalb eine vergleichende Kritik nicht möglich ist. Der laut Beiheft etwa 140 Mitglieder umfassende RTÉ Philharmonic Choir, offenbar ein Laienensemble, macht seine Sache ganz gut, ohne freilich mit der Brillanz, Geschmeidigkeit, Intonationssicherheit und Homogenität eines professionellen Chores aufwarten zu können. Das Niveau der Solisten ist breit angesiedelt zwischen dem etwas matten Gesang des wohl nicht optimal disponierten Tenors Peter Kerr und dem zauberhaft leuchtenden Timbre der Sopranistin Frances Lucey, die sich als Mitglied des Ensembles der Bayerischen Staatsoper einen Namen gemacht hat.

Michael Wersin, 22.12.2004



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