Responsive image
Ernest Chausson, Paul Dukas, Hector Berlioz

Poème de l’amour et de la mer, La péri, Les nuits d’été

Elsa Maurus, Nationalorchester Lille, Jean-Claude Casadesus

Naxos 8.55 7274
(73 Min., 2/2003) 1 CD

Hätte Elsa Maurus Berlioz’ "Nuits d’été" oder Chaussons "Poème de l’amour et de la mer" mit dieser Aufnahme aus der Taufe gehoben, dann würden die gelungenen Aspekte ihrer Darbietung stärker ins Gewicht fallen: Man könnte hervorheben, das ihr dunkles Mezzo-Timbre hervorragend zu vielen der Lieder passt, man würde ihre Fähigkeit, große Legato-Bögen über die Klangwogen der Orchesterbegleitung hinweg auszuspannen, als besonders wertvoll für die adäquate Interpretation solcher Musik loben. Leider jedoch gibt es schon brillante Einspielungen dieser Lieder, vor allem diejenigen von Janet Baker; und im Vergleich mit diesen wird schnell deutlich, dass es Elsa Maurus an Nuancenreichtum fehlt, dass ihr stimmliches Farbenspektrum nicht ausreicht, um über weitere Strecken den Hörer zu fesseln. Gewiss, es gibt eine ganze Reihe wirklich schön gestalteter Abschnitte, aber es gibt eben auch jene Schwerfälligkeit im Ansprechen der Stimme, gepaart mit einer ein müdes Vibrato provozierenden Mattigkeit des Klangs, aufgrund derer etwa das erste Lied der "Nuits d'été" jeglicher frühlingshaften Duftigkeit, jeglichen schimmernden Glanzes entbehrt. Interessant wird es immer dort, wo Maurus es schafft, ihre vokalen Mittel zu bündeln und zu fokussieren, so etwa in den höher gelegenen Crescendo-Passagen des zweiten Liedes der "Nuits"; hier wird ein Potential in dieser Stimme hörbar, das bisher bei weitem nicht ausgeschöpft scheint.

Michael Wersin, 21.01.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top