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Luigi Cherubini

Sechs Sonaten

Andrea Bacchetti

RCA/Sony BMG 88697 05774-2
(75 Min., 7/2006) 1 CD

Luigi Cherubini kam auf eine durchaus beneidenswerte Lebensspanne von 82 Jahren. Damit übertraf er nicht nur Joseph Haydn. Cherubini sah sie von seinem Pariser Wahldomizil aus kommen und gehen, die Beethovens und Schuberts. Im Gegensatz zu seinen prominenten Zeitgenossen zeigte er aber von Anbeginn seiner Karriere wenig Interesse an der Instrumentalmusik, blieb die Oper und die Kirchenmusik seine eigentliche Domäne. Genialische Wundertaten darf man daher auch nicht bei der Aufnahme jener sechs Cembalosonaten erwarten, die der Italiener Andrea Bacchetti nun auf einem modernen Flügel eingespielt hat. 1780 entstand dieses Konvolut, als Cherubini in Mailand weilte. Und wenngleich die jeweils zweisätzigen Sonaten mit ihrem galanten Liebreiz den Ton der Zeit einfangen, gibt es doch nur wenige Beweise dafür, dass Cherubini mehr als nur ein solider Pianist gewesen sein soll.
Uninterressant oder gar beliebige Massenware für Amateure sind die Werke deswegen jedoch noch lange nicht. Dafür lassen sich bei aller Ausgeruhtheit und klassischen Ebenmäßigkeit genau diese zart-elegischen Melodiegedanken entdecken, die an die zweisätzigen Sonaten Haydns und da besonders an die 1786 veröffentlichte g-Moll-Sonate erinnern. Überhaupt ist es verblüffend, wie hier ein 20-Jähriger und ganz im Gegensatz beispielsweise eines Baldassare Galuppi nichts mehr von seiner musikalischen Sozialisation und dem italienischen Erbe wissen wollte – und im Geiste schon ganz über die Alpen gezogen war. Wenn nun Andrea Bacchetti das über zwei Jahrhunderte später mit seiner besonnenen Gewichtung der Konturen, mit schönsten Legatobögen und schlankem Ton bestätigt, würde man tatsächlich rückblickend doch noch gern erfahren, was der reife Cherubini sich wohl fürs Klavier überlegt hätte.

Guido Fischer, 15.09.2007



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