Responsive image
Guillaume de Machaut

Motetten

Hilliard Ensemble

ECM/Universal 472 402-2
(62 Min., 11/2001) 1 CD

Gerade einmal 23 Motetten stammen aus der Feder von Guillaume de Machaut (1330 - 1377). Und wenn ein Großteil davon nicht nur in französischer Sprache komponierte wurde, sondern zugleich sich in einer profanen Welt des Moralischen bewegte, darf Machaut sicherlich als einer Wegweiser des französischen Chansons gelten. Da beklagt sich eine ertappte Ehefrau über die Schläge ihres Mannes, wird die höfische Liebe mit kontemplativem Zauber besungen. Dabei verknüpfen sich die mit Countertenören besetzten Stimmen zu einem deklamatorischen sowie höchst melodischen Stil, überlagern sie sich, um wieder auseinander zu treiben. Bei all der rhythmischen Komplexität, die das Fundament bildet, sind seine Motetten voll der faszinierend kostbaren Wendungen und Stimmungen, bis hin zu einer ergreifenden Ausgeglichenheit in den geistlichen, dann wieder auch lateinisch gesungenen Motetten seiner Spätjahre.
Das Hilliard Ensemble führt nun anhand von 18 Motetten durch diese musikalischen Klangschönheiten. Und erwartungsgemäß ist die Leistung auf höchst eindrucksvollem Niveau. Ungeheuer klar und transparent ist ihre Textartikulation. Ohne hierbei die stimmliche Homogenität zu vernachlässigen. Nur so lassen sich die feinen Nuancen, die betörend klangfarblichen Effekte und damit das Innenleben dieser Kunstwerke überhaupt begreifen und empfinden.

Guido Fischer, 22.05.2004



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top