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Giovanni Gabrieli

In festo Sanctissimae Trinitatis

Chœur de Chambre de Namur, Ensemble La Fenice, Jean Tubéry

assai/Note 1 222512
(64 Min., 7/1998) 1 CD

Das italienische Frühbarock ist die Zeit prachtvoller Vertonungen von Stundengebets- und Messtexten im konzertierenden Stil. Giovanni Gabrieli trug an San Marco in Venedig Maßgebliches zur Entwicklung dieser neuen Kirchenmusik bei (Stichwort: Venezianische Mehrchörigkeit). In der Vergangenheit haben bereits Roland Wilson (Sony) und Paul McCreesh (Deutsche Grammophon) die Musik zum Fest des Heiligen Rochus zu rekonstruieren versucht; Jean Tubery nimmt nun in seinem mit den vorangegangenen Veröffentlichungen nur geringfügig sich überschneidenden Programm das Trinitatis-Fest in Augenschein. An Vokalmusik erklingt dabei neben den Psalmen "Jubilate Deo" (zehnstimmig), "Confitebor tibi Domine" (dreizehnstimmig in drei Chören) und "Domine Dominus noster" (achtstimmig in zwei Chören) u. a. der Introitus der Messe "Benedicta sit Sancta Trinitas" mit Diminutionen von Gabrielis Konzertmeister Giovanni Bassano oder die prachtvolle Sonata con voce à 20 "Dulcis Jesu patris imago", in der zwei Sänger mit achtzehn Instrumenten konzertieren. Kombiniert wird die Vokalmusik, wie damals üblich, mit instrumentalen Stücken, darunter eine Toccata und ein Ricercar für Orgel von Andrea Gabrieli sowie verschiedene Canzonen. Die Ausführung durch Jean Tubery und seine Ensembles (zum Choeur de Chambre Namur kommen noch vier Vokalsolisten) ist weitgehend tadellos, abgesehen von leichten Intonationstrübungen im chorischen Bereich; besonders brillant gelang die teils atemberaubend virtuose Instrumentalmusik.

Michael Wersin, 06.03.2004



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