Responsive image
Claude Goudimel, Jan Pieterszoon Sweelinck

Psaumes de David

Ensemble Claude Goudimel, Christine Morel

Champeaux/Codaex CSM 0008
(53 Min., 10/1996) 1 CD

Auf der Basis des 1562 erschienenen "Genfer Psalters", einer Ausgabe sämtlicher 150 Psalmen, übersetzt ins Französische und mit einstimmigen Liedmelodien versehen, komponierten einige Meister des 16. Jahrhunderts kunstvolle polyphone Psalmensätze und -motetten. Zu ihnen gehören auch Claude Goudimel und Jan Pieterszoon Sweelinck, die beide auf der vorliegenden CD mit entsprechenden Werken vertreten sind. Diese Musik ist vergleichsweise selten zu hören, weshalb dem vom Ensemble Claude Goudimel eingespielten Programm eigentlich eine hohe editorische Bedeutung zukommt, von der Schönheit der Stücke ganz abgesehen. Allerdings sind die Vokalisten den Anforderungen der Psalmmotetten leider nicht gewachsen: Je polyphoner die Satzstruktur wird, je mehr also jeder einzelne Sänger gestalterische Verantwortung für eine ganz eigenständige, teils melodisch und rhythmisch recht umtriebige Linie zu tragen hat, desto stärker treten die Schwächen der Ensemblemitglieder zutage: Ungelenke Stimmführung in bewegten melismatischen Passagen, Unebenheiten in der Stimmproduktion (einer neigt zum harschen Skandieren, ein anderer verliert immer wieder die Kontrolle über seinen Stimmsitz) und daraus resultierende Unsauberkeit verunmöglichen es dem Hörer, die Musik wirklich zu genießen; er hat vielmehr teil an einer teils halsbrecherischen Tour de Force durch ein Repertoire, das eben tatsächlich alles andere als einfach zu bewältigen ist. Zumindest weiß man nun wieder, warum Kirchenchöre diese Werke meiden. Auf ihre adäquate Präsentation müssen interessierte Hörer indes auch weiterhin noch warten.

Michael Wersin, 30.06.2007



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Variationenwerke sind oft gähnend langweilig. Es ist eine Kunst, das immer Gleiche mit etwas immer Neuem so zu verquicken, dass das Thema, auf dem alles basiert, stets subtil präsent ist, aber in den einzelnen Variationen dennoch überraschend neue, wunderbare Welten entstehen. Wohl kaum jemand beherrschte diese Kunst so gut wie Johann Sebastian Bach. Seine Goldberg-Variationen, im Original für Cembalo entstanden, sind ein unbestrittener Höhepunkt der Variationenkunst des Barock. In der […] mehr »


Top