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Giovanni Battista Pergolesi, Alessandro Scarlatti, Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel

Arien, Kantaten

Sara Mingardo, Concerto Italiano, Rinaldo Alessandrini

Opus 111/helikon harmonia mundi, ops 30373
(66 Min., 1997 - 2001) 1 CD

Schon lange hat mich keine Sängerin so sehr bewegt wie die italienische Altistin Sara Mingardo. Dies in Worte zu kleiden, ist nicht ganz so einfach. Vielleicht ist es ihre Beseeltheit, ihre Wärme, ihre Musikalität, ihre Zartheit, ihre Tiefe, ihre Demut, die so ganz im Gegensatz zu der sportiven Haltung der meisten Sänger steht, die sich nur auf das Gelingen zu konzentrieren scheinen und auf ihr Erscheinungsbild. Insofern zählt Sara Mingardo zu einem Künstlertypus, der leider vom Aussterben bedroht ist. Wie sie etwa zu Beginn von Vivaldis Stabat Mater die Affekte scheinbar aus dem Nichts heraus formt, ist einfach einmalig, herzzerreißend innig und intim. Und wenn sie dann in unbewegter, überirdischer Schönheit mit dem "Cujus animam gementem" fortfährt, dann steht auf einmal etwas da, vor dem jedes weitere Wort versagt. Geradezu kongenial dazu gesellt sich das hochvirtuose und sensible Temperament Rinaldo Alessandrinis mit seinem Barockensemble Concerto Italiano. Fazit: So schrecklich "compilations" auch sein mögen - hier vergisst man es, denn man lechzt geradezu nach Sara Mingardos Stimme und ist überglücklich an jedem Häppchen.

Teresa Pieschacón Raphael, 02.03.2003



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