Responsive image
Georg Schumann

Jerusalem, du hochgebaute Stadt

The Purcell Singers, Mark Ford

Guild/Musikwelt GMCD 3711
(67 Min., 11/2005) 1 CD

Georg Schumann (1866-1952), einer jener zahlreichen verdienstvollen, aber unbekannt gebliebenen Unermüdlichen des Musiklebens: Als langjähriger Leiter der Berliner Singakademie machte er sich um die Bachpflege verdient, sorgte außerdem für den rechtzeitigen Abtransport des unschätzbar wertvollen Notenarchivs der Singakademie im Zweiten Weltkrieg (das Material wurde 1999 in Kiew wiederaufgefunden) und trug maßgeblich zum Erhalt des Bachhauses in Eisenach bei. Gemeinsam mit Richard Strauss initiierte Schumann die Gründung der GEMA. Als Komponist von Chormusik bediente sich der am Leipziger Konservatorium Ausgebildete einer hochromantischen Stilistik, die in puncto Anlage des Satzes u. a. Mendelssohn und hinsichtlich der Harmonik und Melodik besonders Brahms und Reger als Vorbilder erkennen lässt. Die hier vorgestellten Choralmotetten sind klang- und effektvolle Werke, die eine meisterliche Beherrschung des Kompositionshandwerks erkennen lassen. Ihre Wirkung könnte indes sicher glanzvoller sein als in dieser Einspielung durch die Purcell Singers, denn das Londoner Ensemble bringt es nicht durchgehend zu einem klaren, schwebungsfreien, vibratoarmen und intonationsreinen Chorklang, der den strukturell kompakten und harmonisch vielfarbigen Stücken doch sehr zugutekommen würde. So muss die präsentierte Vokalmusik, von der es offenbar noch keine anderen Aufnahmen gibt, ihrer optimalen Umsetzung leider noch weiter harren.

Michael Wersin, 11.01.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zugegeben: Letzte Woche haben wir mit unserer CD-Empfehlung ganz schöne Hör-Kalorien aufgetischt. Dagegen wirkt das a-capella-Album deutscher Adventslieder von Schwesternhochfünf wie ein Spaziergang im Winterwald: klar, kühl, konzentriert. Die Stimmen beginnen im Einklang wie ein Schwesternkonvent der Hildegard-von-Bingen-Zeit, doch schon, wenn beim Arrangement von „Maria durch ein Dornwald ging“ hörbar ein Geflecht aus Sekunden und Reibungen zu flirren beginnt, zeigt das Album, was in […] mehr »


Top