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Felix Mendelssohn Bartholdy

Klaviertrios Nr. 1 u. 2, Violinsonate F-Dur

Dmitri Makhtin, Boris Berezovsky, Alexander Kniazev

Warner 2564 69786-6
(75 Min., 3/2004, 12/2006) 1 CD

Seine 1838 vollendete Violinsonate hielt Felix Mendelssohn für nicht besonders geglückt: Er ließ das Werk, das ihm offenbar auch den Spaß an weiteren Versuchen in dieser Gattung verdorben hatte, unveröffentlicht – erst vor gut 50 Jahren sorgte Yehudi Menuhin für die posthume Uraufführung. In ihrer Einspielung koppeln Dmitri Mahktin und Boris Berezowsky den 18-minütigen Dreisätzer mit Mendelssohns Klaviertrios, und gerade der Direktvergleich mit dem 1839 entstandenen d-Moll-Trio lässt ahnen, was den Komponisten störte: Im Gegensatz zur überbordenden romantischen Leidenschaft des d-Moll-Trios repräsentiert die Sonate noch den früheren, klassisch orientierten Mendelssohn, statt komplexer Gefühlswelten herrschen hier schlichte, luzide Anmut und Frische. Der Gefahr hausmusikalischer Artigkeit beugen Mahktin und Berezowsky durch einen konzertanten Zugriff vor und betonen eher die Nähe zu Beethoven als zu den frühen Romantikern. Schade nur, dass diese offensive Strategie bei den beiden Trios nicht aufgehen will: Um Raum für Schlagabtausch und solistische Profilierung zu schaffen, wählen Berezowsky, Mahktin und der Cellist Alexander Kniazew in den Ecksätzen relativ breite Tempi, so dass im Kopfsatz des c-Moll-Trios die prägende Atmosphäre gespenstischer Unrast völlig verloren geht. Generell ist der Ton der drei zu groß und zu robust für Mendelssohns feingliedrige Fantasie: Gerade die gemeinsamen schwärmerischen Aufschwünge, die das Wanderer-Trio in seiner Aufnahme so hinreißend getroffen hat, wollen nicht glücken. Und Berezowsky und Co. sind letztlich wohl doch besser bei Rachmaninow und Tschaikowsky aufgehoben.

Jörg Königsdorf, 11.01.2008



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