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Diverse

Les introuvables du chant français

Div. Sängerinnen, Sänger, Orchester und Dirigenten

EMI 585 828-2
(1902 - 1953) 8 CDs

Eine opulente Anthologie, die das Herz eines jeden Verehrers französischer Gesangskunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts höher schlagen lässt: Acht CDs gepackt voll mit Aufnahmen aus den Jahren 1902 bis 1953, wobei der Schwerpunkt auf den 20er und 30er Jahren liegt. Neben bekannten Namen wie Ninon Vallin, Georges Thill, Charels Panzéra oder Gérard Souzay tauchen zahllose weniger bekannte auf; wer (außer den Spezialisten) erinnert sich heute noch Claudine Boons, Fanny Heldy oder Fernand Ansseau? Diese Stimmen aus der Vergangenheit entfalten ihre häufig bemerkenswerte bis überragende Gesangskunst mittels eines Repertoires, das heute weitgehend ebenfalls nicht mehr zum klassischen Alltagsgeschäft gehört: Auf der Charles Gounod gewidmeten CD etwa finden sich nicht nur Ausschnitte aus "Faust" und "Roméo et Juliette", sondern auch aus "Mireille", "Cinq-Mars", "La Reine de Saba", "Polyeucte" etc.; und wer kennt Massents "Thérèse", "Panurge" oder "Chérubin"? Zugegeben: Auf der achten CD mit dem Titel "La muse légère" geht es bisweilen allzu klamaukhaft zu - aber auch diese Titel von Hahn, Auric oder Lecoq gehören zu einem möglichst umfassenden Überblick über die kulturelle Wirklichkeit jener Tage. Alles in allem jedenfalls fasziniert dieser abenteuerliche Gang durch die Archivkeller der französischen EMI und ihrer Vorgängerfirmen ungemein und erinnert einmal mehr daran, dass die Geschichte der künstlerischen Leistungen keineswegs eine Einbahnstraße vom weniger Guten zum immer Besseren ist - ganz im Gegenteil.

Michael Wersin, 28.08.2004



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