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Anton Bruckner

Sinfonie Nr. 8

Gustav Mahler Jugendorchester, Franz Welser-Möst

EMI 5 57406 2
(78 Min., 4/2002) 1 CD

"Meine Achte ist ein Mysterium" sagte Bruckner einst über seine Sinfonie. Ein Mysterium sind vielmehr die absonderlichen "Erklärungen", mit denen der Komponist die Sätze versah. Durch sein Scherzo und Finale etwa geistere der "deutsche Michel"; das bockige barockisierende Hauptthema des Scherzos indes charakterisiere seinen Freund Almeroth; und dann ist dann noch die Rede von einer "Todverkündung" im ersten Satz und dem Erklingen der "Totenuhr" in der Coda. "Dös is so, wie wenn einer im Sterben liegt, und gegenüber hängt die Uhr, die, während sein Leben zu Ende geht, immer gleichmäßig fortschlägt: tik, tak, tik, tak...", so Bruckner. Schließlich meine der Beginn des Finales das Drei-Kaiser Treffen in Skiernewice bei Brünn; beim Adagio habe Bruckner "einem Mädchen in die Augen geblickt".
"Auch Kitsch kann etwas sehr Schönes sein", sagt der Dirigent Franz Welser-Möst. Diese Überzeugung steht dem Adagio mit seiner träumerischen Atmosphäre gar nicht schlecht. Das Finale, das letzte, das Bruckner zu vollenden vergönnt war, ist aus vielerlei Themen zusammengesetzt und Welser-Möst ordnende Hand weiß diese detailliert zu behandeln. Es fehlt weder das breit gesungene Streicherthema noch der Bläserchoral, die Bruckner so liebte. Und doch vermisse ich bei Welser-Möst symbiotische Kraft, eine musikalische Vision, wenn man so will.

Teresa Pieschacón Raphael, 28.11.2002



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