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Diverse

French Impressions

Wolfgang Emanuel Schmidt, Gerald Fauth

Music For You/Sony SMK 89792
(71 Min., 5/2001, 6/2001) 1 CD

"French Impressions" verheißt das Cover dieser CD auf dem Hintergrund eines Sonnenuntergangs. Wolfgang Emanuel Schmidt (Cello) und Gerald Fauth (Klavier) spielen Einzelstücke französischer Komponisten von Chopin bis Milhaud - darunter Massenets "Méditation" aus "Tha?s", Faurés "Après un rève" oder Debussys "Little Negro" -, die fast alle nicht original für Cello und Klavier komponiert, sondern entsprechend bearbeitet wurden. Ein Sternchen an den meisten der Einzeltitel verweist darauf, dass sie als Ersteinspielungen präsentiert werden.
Macht man sich die Mühe, die Liste mit derjenigen im Beiheft zu vergleichen (dort fehlen die Sternchen, dafür werden die Bearbeiter aufgeführt), stellt man fest, dass die ersteingespielten Transkriptionen ausnahmslos aus der Feder der Interpreten stammen. Die restlichen sind weitgehend kleine gefällige Zugaben, die Musiker wie Piatigorsky oder Casals sich für ihr Instrument zugänglich gemacht haben, um Konzerte damit zu beenden. Der Einführungstext ist ausführlich und informativ, das Tracklisting im Beiheft verzichtet leider auf Nummerierung, sodass der Hörer nach kurzer Unaufmerksamkeit nicht mehr weiß, was er hört, es sei denn, er zählt die Stücke ab - oder er kennt sie.
Zu hören gibt es gefällige Klassik, die auch untermalend im Hintergrund laufen kann. Welches der überwiegend in ruhigem Tempo und im unteren dynamischen Bereich gehaltenen Stücke gerade erklingt, ist nicht wichtig, denn es geht um "Impressions", um Eindrücke, oder, wie man das Wort auch übersetzen kann, um "Einwirkung".
Unterstützt wird dieser "Eindruck" auch ein wenig von den beiden Interpreten: Wolfgang Emanuel Schmidt (auf einem Guarneri-Cello von 1691) und Gerald Fauth musizieren wohlklingend und mit professioneller Perfektion, aber mit wenig Ecken und Kanten. Ein Vergleich der einzigen Originalkomposition des Programms, Chopins "Adagio" aus der Sonate für Cello und Klavier, mit der kürzlich erschienenen Einspielung von Maisky und Argerich (DG) zeigt es: Die Gebrochenheit und Abgründigkeit des Satzes kommt bei Schmidt und Fauth nicht zum Vorschein.

Michael Wersin, 08.11.2001



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