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When You Come Home

Triosence

Sony BMG 8869 721417-2
(66 Min., 2/2007) 1 CD

Es kommt auch nicht alle Tage vor, dass ein einheimisches und noch weithin unbekanntes Jazztrio am anderen Ende der Welt für Aufhorchen sorgt. Dem Pianisten Bernhard Schüler, dem Bassisten Matthias Novak und dem Schlagzeuger Stephan Emig alias Triosence gelang das Kunststück mit ihrer Debüteinspielung "First Enchantment". Als „Band, die unseren Eindruck vom steifen deutschen Jazz weggewischt hat“, wurde das Dreigestirn vom japanischen "Swingjournal" gelobt. Keine Ahnung, welche Teutonengruppen der Rezensent sonst so gehört hat – fest steht, dass Triosence in der Tat frische, eingängige, lichte Musik macht.
Man könnte Triosence durchaus als deutsche Antwort auf die schwedischen Publikumslieblinge E.S.T. bezeichnen. Allerdings mit gewissen Modifikationen. Während sich die Skandinavier als Rockband mit Ecken und Kanten verstehen, sind die jungen Deutschen eher sanfte Vertreter eines klangpuristischen Popkammerjazz. Stark und sensibel ist das Interplay, höchst melodiös sind die Kompositionen, die allesamt vom Pianisten Bernhard Schüler stammen. Es gibt auf "When You Come Home", das beim ECM-Klangmagier Jan Erik Kongshaug in Oslo eingespielt wurde, tatsächlich auch einige bemerkenswerte Ausreißer zu notieren, die niemals von E.S.T. stammen könnten: "Three Fo(u)r Fun" etwa erinnert an Dollar Brand, der mit schmucken Rhythmuswechseln versehene Walzer "Distance Means Nothing" weckt Erinnerungen an Bill Evans, "A Far-Off Place" schließlich überrascht mit Orientalismen. Ein Trio auf dem Weg nach oben!

Josef Engels, 25.01.2008



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