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Antonio Vivaldi

Amor profano

Simone Kermes, Venice Baroque Orchestra, Andrea Marcon

DG/Universal DG 477 661-8
(71 Min., 11/2006) 1 CD

Nach der Liebe zur Sphäre des Heiligen (Amor sacro) nun die weltliche Liebe (Amor profano): Simone Kermes und Andrea Marcon präsentieren nun das Gegenstück zu ihrem ersten Album mit geistlichen Motetten Antonio Vivaldis. Diesmal widmen sie sich dem umfangreichen, aber immer noch allzu wenig bekannten Opernschaffen des "Prete rosso" und fördern dabei so manches Hörenswerte zu Tage. Simone Kermes’ biegsame Sopranstimme fügt sich perfekt in das anspruchsvolle Repertoire: Sowohl in halsbrecherisch koloraturreichen Nummern als auch in langsamen Arien lauscht man ihrem technisch versierten Gesang sehr gern; was allenfalls ein wenig fehlt, ist das Bekenntnis zu ganz individuellen Farben – streckenweise erscheint Kermes’ Stimme dem Rezensenten etwas monochrom, etwas blässlich im Timbre; in diesem Punkt bestünde für die ganz große Karriere noch ein gewisser Nachholbedarf. Andrea Marcon und sein "Venice Baroque Orchestra" begleiten höchst engagiert und mit punktgenauem Timing; das Ensemble zeichnet sich aus durch eine stupende Disziplin im Zusammenspiel. Angenehm ist, das Marcon in der Umsetzung der Affekte insofern Maß hält, als er sich nicht der momentan verbreiteten Mode des "Prügel-Vivaldi" ergibt, bei der mit hohem Geräuschanteil Ausdruck erzwungen wird. Stattdessen bieten er und seine Musiker ein rundes, auch im aggressivsten Furioso noch immer ausreichend körperhaftes Klangbild.

Michael Wersin, 25.01.2008



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