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Diverse

Arien

Patricia Petibon, Pariser Kammerchor, Les Folies françoises, Patrick Cohën-Akenine

Virgin/EMI 545481 2
(63 Min., 1/2001) 1 CD

Mit ihrem silberhellen Sopran hat sich die Französin Patricia Petibon zu einer vielversprechenden Spezialistin für die französische Barockoper gemausert. Prominente Unterstützung erhielt sie dabei vor allem von William Christie und Marc Minkowski, bei denen die Petibon die unterschiedlichen Temperaturen und Kräfte der Tragédie en musique und der Opéra-Ballet kennen lernte.
Jetzt legt sie mit der jungen Barock-Truppe Les Folies Françoise ein ehrgeiziges Arien-Programm vor mit Filetstücken aus den Prachtopern von Rameau ("Les Indes Galantes", "Platée"), Lully ("Armide") und Charpentier ("David et Jonathas"). Doch so sehr diese Werke aus der Blütezeit des 17. Jahrhunderts mit rhythmischem Pfeffer, elektrisierendem Theaterflair und historisch genauer Musikantenlust verknüpft werden - Patricia Petibon fehlt noch jene Wandlungsfähigkeit in Ausdruck und Stimme, mit der ihre Kolleginnen Véronique Gens und Jennifer Smith barockes Beben gestalten.
Patricia Petibon ist eher eine handzahme Nymphe als eine Furie. Von der Seelentiefe, von der ätherischen Eindringlichkeit, die in den Airs und Ariettes schlummern, ist fast nichts zu hören. Zumal Petibon auch stimmtechnisch ihre Grenzen hat. Die Ausschmückungen sind bisweilen brüchig, bei Intervallsprüngen in höchste Höhen muss sie kräftig nachhelfen. So ist die Repertoireausgrabung der Kantatenparodie "Rien de tout" von Nicolas de Grandval denn auch der einzig wirkliche Anreiz, sich diesen Häppchen zu widmen.

Guido Fischer, 10.01.2002



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