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Diverse

The Art Of Ljuba Welitsch

Ljuba Welitsch, verschiedene Orchester und Dirigenten

Preiser/Naxos 905476
(1947 - 1950) 2 CDs, mono

Nur selten gerät Jürgen Kesting in seinem dreibändigem Werk "Die großen Sänger" ins Schwärmen. Einer dieser raren Momente ist das Kapitel über die in Bulgarien geborene Sopranistin Ljuba Welitsch (1913-1996) - sogar von einem Orgasmus ist hier die Rede. Kesting bezieht sich dabei auf eine Einspielung des Schlussgesangs der Salome aus Richard Strauss' Oper. Dieses Doppel-CD enthält auch diese Musik, wenn auch nicht in der von Kesting gemeinten, sondern in einer wenig später aufgenommenen Version. Dennoch lässt sich verstehen, was Kesting meint, wenn er über die Welitsch schreibt, sie verbrenne sich: Kalte Schauer jagt einem dieser ganz in der Rolle aufgehende, schrecklich-schöne Gesang über den Rücken.
Sie verbrennt sich: Diese Beschreibung einer Gesangsleistung lässt sofort an das Schicksal von Maria Callas denken, und in der Tat gibt es hier Parallelen. Um 1950, als die meisten der hier versammelten Aufnahmen entstanden, war Welitschs Stimme noch in guter Verfassung, aber nach vier Spielzeiten an der Met (1949-1953) ging es rapide bergab, und ihre glanzvolle Karriere mündete zwar nicht in Vereinsamung und frühem Tod, aber nicht minder desaströs in ein trauriges Finale beim Film und bei der Operette, wo die einstige Primadonna sich als Komikerin verdingte.
Von all dem ist auf diesen CDs glücklicherweise noch nichts zu spüren: Faszinierend ist beispielsweise eine feurige Aufnahme der "Zigeunerlieder" von Brahms, in der nebenbei auch noch der reizende Akzent der Sängerin gut aufgehoben ist. Ganz anders, aber nicht minder überzeugend brilliert Ljuba Welitsch auch in "Wie nahte mir der Schlummer" aus Webers "Freischütz", und auch die beiden Arien aus Tschaikowskis "Pique Dame" leben von einer stets ausdrucksstarken und gleichzeitig stimmlich souveränen Interpretation. Prädikat: unbedingt empfehlenswert!

Michael Wersin, 07.03.2002



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