Responsive image
Richard Wagner

Tristan und Isolde – Duettszenen

Deborah Polaski, Johan Botha, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Wiener Singverein, Bertrand de Billy

Oehms/harmonia mundi OC 626
(76 Min., 2004, 2005) 1 CD

Bertrand de Billys Wiener "Tristan" erscheint, im Wortsinne, scheibchenweise: Im Jahre 2005 lag ein Rezital mit Isolde-Soloszenen (produziert 2003) vor, nun bekommen wir die Duette zwischen Tristan und Isolde (produziert 2004 und 2005). An die Seite von Deborah Polaski tritt hier der Südafrikaner Johan Botha, der sich nun schon seit geraumer Zeit im "schweren" Fach behauptet, und dies mit großem Erfolg: Seit metallisches Material scheint geradezu unverwüstlich, Ermüdungserscheinungen gibt es praktisch nicht; freilich mangelt es gleichzeitig auch an wirklich überragend schönen Tönen, ein altes Dilemma – vielleicht würde man Bothas amerikanischen Kollegen Robert Dean Smith auf CD hier und da den Vorzug geben, aber auf offener Bühne kämpft der freilich immer wieder ums Überleben – zumal mit einer Isolde wie Deborah Polaski an der Seite, wie 2007 an der Wiener Staatsoper zu erleben war. Frau Polaski nämlich verfügt über eine wirklich große, atemberaubend durchschlagskräftige Stimme, und sie ist Johan Botha im vorliegenden Programm in dieser Hinsicht wie auch in puncto Farbe, Interpretation etc. eine absolut ebenbürtige Partnerin; aber live wie auch auf dieser CD geht es dem Rezensenten gleich: Zu Beginn ist man besten Willens, angesichts der Vorzüge dieser erfahrenen Interpretin (Wagnersängerin seit mehr als einem Vierteljahrhundert!) ihr großes Defizit, das übermäßige Vibrato, in Kauf zu nehmen – aber nach einer Weile überwiegt der Unwille, denn Polaskis Stimme ist einfach recht ausgeschlagen, und das stört den Genuss immens. Schade!

Michael Wersin, 08.02.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top