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Ludwig van Beethoven, Johann Nepomuk Hummel

Klaviertrios

Andreas Staier, Daniel Sepec, Jean-Guihen Queyras

Harmonia Mundi HMC 901955
(70 Min., 7/2006) 1 CD

Bereits auf ihrer im vergangenen Jahr erschienenen Aufnahme mit Violinsonaten bewiesen Andreas Staier und Daniel Sepec, wie sehr Beethovens Kammermusik von der Interpretation auf Originalinstrumenten profitieren kann. Statt des üblichen Verdrängungswettbewerbs mit Stahlsaiten ergibt sich die Balance zwischen Hammerflügel und Violine quasi von selbst, und der Pianist kann die Energieimpulse dieser letztlich vom Klavier her gedachten und strukturierten Werke ausspielen, ohne Angst haben zu müssen, seine Partner akustisch zu erschlagen. Was für die Sonaten gut war, gilt erst recht für die Klaviertrios: Im Verbund mit dem harmonia-mundi-Hauscellisten Jean-Guihen legen Staier und Sepec nun auch eine Referenzaufnahme der Trios Nummer drei und fünf vor. Hier stimmt einfach alles, auch weil die drei das durchhörbare Klangbild nutzen, um sich die motivischen Bälle zuzuspielen. Die Begleitfiguren des Klaviers im c-Moll-Trio beispielsweise sind nicht nur raumfüllendes Hintergrundgeplänkel, sondern klar artikulierte rhythmische Impulse, die das Geschehen unablässig vorantreiben. Dabei müssen die drei nie in Extreme gehen und forcieren, um Ausdruck zu erzeugen: Der Verve des Prestissimo-Finales im c-Moll-Trio stellt sich allein durch musikantisch druckvolle Phrasierung ein, und die geheimnisvolle Stimmung im langsamen Satz, die dem Geistertrio seinen Namen gegeben haben soll, kommt durch den silbern glänzenden Zusammenklang der drei auch ohne das schleppende Tempo zu Stande, das etwa Barenboim, du Pré und Zukerman in ihrer Einspielung anschlagen. Als nette Draufgabe gibt es noch das vierte Klaviertrio des Beethovenrivalen Johann Nepomuk Hummel. Den Beweis allerdings, dass Beethoven doch der bessere Komponist ist, haben Staier und Co. allerdings schon vorher abgeliefert.

Jörg Königsdorf, 08.02.2008



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