Responsive image
Philipp Heinrich Erlebach

"Die Liebe Gottes ist ausgegossen" – Kantaten

Dorothee Mields, Andreas Post, Matthias Vieweg, u. a., Les Amis de Philippe, Ludger Rémy

cpo 777 346-2
(139 Min., 6/2007, 7/2007) 2 CDs

Vom ostfriesischen Esens ins thüringische Rudolstadt führte der Weg von Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714), der seine Ausbildung wohl in Aurich erhielt und als Kapellmeister des Grafen Schwarzburg-Rudolstadt seine Lebensstellung fand. Seinem nach außen hin – zumindest aus unserer Sicht – recht unspektakulären Lebenslauf steht die hohe Qualität und Vielfältigkeit seines reichen kompositorischen Schaffens gegenüber, das bis heute nicht in ausreichendem Umfang gewürdigt worden ist. Die vorliegende Einspielung von neun seiner geistlichen Kantaten kann als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer eifrigeren Erlebachrezeption gelten, denn Ludger Rémy, sein Instrumentalensemble "Les Amis de Philippe" und seine hochkarätige solistische Sängerbesetzung bringen diese Musik bestmöglich zur Geltung. Allen voran ist die Sopranistin Dorothee Mields zu loben, die mit dem leuchtenden Glanz ihrer ungemein flexiblen Stimme den Ensembleklang veredelt und beim solistischen Auftreten mit hoher rhetorisch-musikalischer Prägnanz zu agieren versteht – Barockgesang vom Feinsten!
Die hier präsentierten Kantaten sind ganz unterschiedlich besetzt: Vom reinen Streichersound mit Continuo über warme Holzbläserfarben von Oboen und Taillen bis hin zur vollen Pracht von Pauken und Trompeten reicht das Spektrum, das Ludger Rémy zu einem Höchstmaß an Präzision und klanglicher Ausgewogenheit zu führen versteht. Vollkommener und facettenreicher kann man Erlebachs Musik wohl kaum ausloten, um dabei seinen melodisch-harmonischen Einfallsreichtum, seinen ausgeprägten Formsinn sowie sein Gespür für prächtige Klangeffekte und -akzente optimal zu präsentieren – ein Muss für jeden Liebhaber barocker Vokalmusik!

Michael Wersin, 28.03.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top