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Ludwig van Beethoven, Jean Sibelius

Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37, Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82

Glenn Gould, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan

Sony BMG 88697 287822
(1957)

Als Karajan von seinem Biografen Richard Osborne auf Beethovens c-Moll-Konzert angesprochen wurde, das er 1957 mit Glenn Gould aufgeführt hatte, antwortete er: "Ach ja, das war mir entfallen." Ähnlich diskret sind auch die Rundfunkarchive mit dem großartigen Mitschnitt verfahren, der jetzt – zum 100. Geburtstag Karajans – als einzig echte Entdeckung des Jubiläumsjahrs gelten darf.
Obwohl der motorisch-insistierende Gould kaum zu Karajans Legatofaible passt, ergibt sich ein Dialog von atemberaubender Frische und musikalischem Interesse füreinander. Karajan dirigiert deutlich schneller, auch eleganter als sein Kollege Bernstein, mit dem Gould das Konzert zwei Jahre später aufnahm – und bei Karajan macht Gould alles mit! Erstaunlich die flüssige Eloquenz, die harmonische Integration des Klaviers und die heitere Entschlossenheit, die aus diesem akustisch kaum mulmigen, nur etwas flach klingenden Livemitschnitt spricht. Mir ist kaum eine zwanglosere, gelassen-glücklicher wirkende Aufnahme Goulds bekannt.
Dass Gould bekennender Karajanfan war, man merkt es der Aufnahme an, die auch – besonders spannend bei Sibelius’ 5. Sinfonie im zweiten Teil – eines der frühesten Karajandokumente mit den (hier noch furtwängleresk dunklen, beinahe hölzern wirkenden) Berliner Philharmonikern darstellt. Schade nur, dass sich Hindemiths ursprünglich vorangegangene „Mathis der Maler“-Sinfonie nicht erhalten hat. Das Konzert ist von sensationellem Entdeckungswert.

Robert Fraunholzer, 04.04.2008



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