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Hans von Bülow, Bruno Walter, Clemens Krauss

Lieder berühmter Dirigenten

Petra Lang, Michael Volle, Adrian Baianu

Oehms Classics/Harmonia Mundi OC 808
(58 Min., 9/2004, 5/2007) 1 CD

Sie taten’s alle: Für fast alle großen Dirigenten war das Komponieren eigener Werke noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts fester Bestandteil ihres Musikerdaseins. Auch Hans von Bülow, der erste Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, machte da keine Ausnahme. Ermutigt von Wagner und Liszt schrieb er nicht nur Klavier- und Orchesterwerke (u. a. eine sinfonische Dichtung mit dem Titel "Nirwana"), sondern auch eine ganze Reihe von Klavierliedern. Zwei dieser Liedgruppen eröffnen die CD, auf der Michael Volle und Petra Lang Lieder berühmter Dirigenten versammelt haben, und ähnlich wie die stark an Gustav Mahler orientierten Lieder Bruno Walters zeigen auch die Lieder Bülows, dass sich der Dirigent beim Komponieren nicht von seinen großen Vorbildern – in Bülows Fall Liszt und Wagner – lösen konnte. Vor allem fehlte sowohl Bülow wie Walter die grundlegende melodische Begabung, die große Komponisten ausmacht: Alle Stimmungen sind vom Typ leidlich sicher getroffen – aber nichts bleibt im Gedächtnis. Von anderem Kaliber sind da schon die Rilkelieder von Clemens Krauss, die stilistisch zwischen Richard Strauss und frühem Berg vermitteln: Klangfeine, sensible Miniaturen, die man gerne von einer jungen, nuancierungsfähigen Stimme gehört hätte. Petra Langs ins Hochdramatische geweiteter Opernsopran ist inzwischen freilich ein zu grobes Instrument für diese subtile Liedkunst. Ähnlich wie der (auf der Opernbühne ebenfalls vortreffliche) Michael Volle muss Lang fast die ganze Zeit über mit angezogener Handbremse singen. Hier wurde leider mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Jörg Königsdorf, 02.05.2008



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