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Revolutions

Jim Beard

Intuition/Sunny Moon INT 34182
(63 Min., 3/2005, 6/2007) 1 CD

Der Keyboarder Jim Beard ist für gewöhnlich der verlässliche Tastenmann hinter Jazzrock-Größen wie John McLaughlin, Wayne Shorter, John Scofield oder Pat Metheny. Aber wenn er unter eigenem Namen Tonträger herausbringt, dann führt er das oft argwöhnisch betrachtete Fusion-Genre über seine Grenzen hinaus. Er benutzt dabei poppige Melodien, vergnügte Latin-Versatzstücke oder vibrierende Afro-Phrasen – all das, was andere Grenzüberschreitungs-Jazzer auch zu tun pflegen. Nur: Bei ihnen klingt das oftmals verkrampft anbiedernd, während bei Jim Beard ein leicht schräger Humor regiert. Da sind dann seltsame Spinett-Sounds oder alberne Pygmäengesänge zu vernehmen.
Auch wenn sich Beards Musik oftmals wie eine komische Variante von Weather Report ausnimmt, ist er gewiss kein Parodist oder Faxenmacher. Der Rezensent hat, ehrlich gesagt, keine Ahnung, wie nun seine Zusammenarbeit mit dem niederländischen Metropole Orchestra unter der Leitung von Vince Mendoza auf all jene wirkt, die die Solo-Alben des Keyboarders nicht kennen. Mit Streichern, Flöten und Oboen, aber ohne allzu offensichtlichen Sound-Absurditäten werden auf "Revolutions" die feinsten Stücke von Beards vorangegangenen vier CDs interpretiert. Ist das manchmal vielleicht zu kitschig? Zu dick aufgetragen? Der Beardverehrer meint: nein. Man hört da vielmehr den Soundtrack zu einem noch zu drehenden Comic-/Kostüm-/Jenseits-von-Afrika-/Zirkusmelodrama mit den Marx Brothers, Saxofon spielenden Trollen und der jungen Audrey Hepburn in den Hauptrollen. Wahrhaft großes Kino.

Josef Engels, 09.05.2008



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