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Wolfgang Amadeus Mozart, Gabriel Fauré

Ave verum corpus, Vesperae solennes de Confessore, Requiem

The Sixteen, Academy of St Martin in the Fields, Harry Christophers

CORO/Codaex COR 16057
(59 Min., 8/2007) 1 CD

Harry Christophers’ traditionsreiches Vokalensemble "The Sixteen" (hier allerdings in einer zumindest für Fauré werkgemäßen Besetzungsstärke von knapp 30 Sängerinnen und Sängern) konzertiert live mit der in ihrer Sparte nicht minder traditionsreichen "Academy of St. Martin in the Fields": Man ahnt, dass diese Kooperation eher bei Fauré denn bei Mozart für ein beglückendes Hörerlebnis sorgt – und so ist es auch: Während der Mozart eher konventionell, wiewohl auf chorischer Ebene durchaus edel und differenziert, herüberkommt, profitiert Faurés im Vokalpart streckenweise recht empfindliches Stück maßgeblich von der sängerischen Qualität der "Sixteen". Gleichzeitig kann die "Academy", der der Spott ihres Gründers Neville Marriner über historische Aufführungspraxis noch nachhängt, hier nicht viel falsch machen, sondern vielmehr mit ihren Pfunden wuchern – als da wären: Höchste Kultiviertheit und Homogenität in den einzelnen Registern, runder und voluminöser Gesamtklang. Solch fruchtbare Zusammenarbeit führt dann u. a. zu einem wirklich gelungenen "Agnus Dei" – man erinnere sich: In vielen Einspielungen sind die Chortenöre an dieser exponierten Stelle ein Jammer. Faurés atmosphärische Klangwelten atmen in dieser Ausführung nicht nur den Geist der Melancholie, sondern entfalten sich auch mit bemerkenswerter Frische und Kraftfülle. Das hätte Fauré selbst, der ja erklärtermaßen eine "alternative" Totenmesse in Abgrenzung zu den üblichen furchterregenden "Dies irae"-Fanalen schaffen wollte, sicher auch gefallen. Schweigen wir also über den Mozart und erfreuen wir uns am Fauré.

Michael Wersin, 23.05.2008



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