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Gaspar Sanz

Werke für Gitarre

Xavier Díaz-Latorre, Pedro Estevan

Zig Zag/Harmonia Mundi ZZT 061002
(66 Min., 11-12/2003) 1 CD

An dem Vater der klassischen spanischen Gitarre, an Gaspar Sanz (1640-1710), kommt weder der Amateur noch der Profi vorbei. Zumal seine Stücke je nach Einrichtung jedem technischen Anspruch genügen und dank der folkloristischen Imprägnierungen gleich noch einen ungeheuer anziehenden Charme besitzen. So wild und archaisch, so wiegend und aufwühlend hat man aber wohl all die Tänze, Passacaglias und Variationssätze bislang noch nicht kennenlernen dürfen, die das Duo Laberintos Ingeniosos aus Sanz’ Konvolut "Instrucciòn de mùsica para la guitarra española" ausgewählt und eingespielt hat.
Auf drei Bücher verteilt sich diese im Jahr 1697 erstmals komplett herausgegebene Unterweisung ins fünfsaitige Gitarrenspiel – die damals gleichsam zur Herausforderung für alle jene wurde, die sich anhand der Tabulaturen und der mit Buchstaben bezeichneten Akkorde die Meisterschaft antrainieren wollten. Der besonders durch seine Zusammenarbeit mit Jordi Savall bekannt gewordene Gitarrist Xavier Díaz-Latorre ist über die ersten, wichtigen Schritte natürlich längst hinaus. Weshalb er an seinem rekonstruierten Originalinstrument furios die Akkorde kreisen lassen kann, über die Saiten zu einer Tarantella springt und hüpft oder die mit wohldosierter Ornamentik auskleidete Würde beseelt. Das ist große Gitarrenkunst. Mit dem hier und da einsteigenden Perkussionisten Pedro Estavan bebt der Boden aber dann noch umso mehr. Wenn die beiden etwa über eine Giga oder eine Paradetas improvisieren und sich gegenseitig mit Rhythmen anstacheln, die das pure Feuer im Blut und in den Fingern entfachen.

Guido Fischer, 25.07.2008



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