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Wolfgang Amadeus Mozart

Sonaten für Klavier und Violine Vol. 5

Rachel Podger, Gary Cooper

Channel Classics/harmonia mundi CCS SA 25608
(71 Min., 2/2007) 1 CD

Es gibt das Problem des "etwas zu viel" nicht nur in der konventionellen, "romantisierenden" Aufführungspraxis – Anne-Sophie Mutters Mozart etwa war in der Vergangenheit wegen "overacting" zu rügen –, sondern auch bei den historisch informierten Interpreten: Warum muss Rachel Podger z. B. im ersten Satz der A-Dur-Sonate KV 305 jeden einzelnen Ton mit einem harten Knacken (vergleichbar mit dem Glottisschlag eines Sängers) anreißen und mit diesem zwangsläufig ins Perkussive tendierenden Effekt auch noch offenbaren, dass sie gegenüber dem Klavier sehr oft um den Bruchteil einer Sekunde zu spät ist? Oder warum muss sie im anschließenden langsamen Satz einzelne Töne mit einem bedeutungsschwangeren Bauch versehen, auch wenn sie gegenüber dem gleichzeitigen Akkord des Klaviers eigentlich absolut untergeordnete Bedeutung haben und in ihrer Hervorgehobenheit folglich unorganisch klingen?
Solche und einige andere Aspekte irritieren in einer weitgehend sehr gut durchgestalteten und überlegt interpretierten Gesamtaufnahme von Mozarts Sonaten für Violine und Klavier, die in der Fachpresse sehr gelobt worden ist und deren fünften Teil wir nun vorliegen haben. Zumindest für diese Folge darf gesagt werden, dass Gary Cooper am Fortepiano die bessere Figur macht: Seine Darbietung ist stets ausgewogen und auf allen Ebenen "im Lot", dazu angemessen expressiv und agil. Er ist das verlässliche Rückgrat dieser CD, Rachel Podger fügt sich oft mit nahtloser Eleganz, immer wieder aber eben auch mit störenden Attitüden in den (hinsichtlich des kompositorischen Konzepts der Stücke ohnehin dominierenden) Klaviersatz ein.

Michael Wersin, 15.08.2008



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