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Ernest Chausson, Henri Duparc

Poème de l’amour et de la mer

Jean-François Lapointe, Louise-Andrée Baril

Analekta/Codaex AN 29924
(71 Min., 9/2006) 1 CD

Sehr ansprechendes Gesamtbild mit kleinen Kratzern: Der bei uns wenig bekannte kanadische Bariton Jean-François Lapointe versteht es, mit dem abgründig-zauberischen Mélodie-Repertoire von Ernest Chausson und Henri Duparc eine dichte, fesselnde Stimmung zu erzeugen. Besonders in der oberen Mittellage und in der Höhe erreicht er immer wieder eine metallisch-kraftvolle Legatointensität, die allerhöchsten Ansprüchen durchaus genügen kann – man höre diesbezüglich etwa die emotionsgeladenen Schlusssteigerungen von "Phidylé". Gleiches gilt für seine Voix mixte: In "Soupir" beispielsweise vermag Lapointe damit uneingeschränkt zu begeistern. Dazwischen verfällt er gelegentlich mal in leichtes Näseln – vor allem, wenn er aus der Höhe in tiefere Regionen zurückkehrt – oder gerät hier und da in ein luftiges, mattes Singen, das von etwas zu tiefer Intonation flankiert sein kann – dies sind Episoden, wohlgemerkt. Es überwiegt der positive Eindruck, besonders auch hinsichtlich der Sensitivität, die der Bariton gegenüber dem dankbaren Repertoire aufbringt: Der Nuancenreichtum seines Gesangs, der übrigens in der Begleitung durch Louise-Andrée Baril ein adäquates Pendant findet, erstaunt außerordentlich – vor allem angesichts dem nur mäßigen Bekanntheitsgrad dieses Sängers.

Michael Wersin, 15.08.2008



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