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Antonín Dvořák, Leoš Janáček, Petr Eben, Erwin Schulhoff u.a.

Songs My Mother Taught Me

Magdalena Kožená, Malcolm Martineau u.a.

DG/Universal 477 6665
(70 Min., 3/2007) 1 CD

Magdalena Kožená auf den Spuren von Kathleen Ferrier? 1993 erschien unter dem Titel "Songs My Father Taught Me" eine Sammlung mit teils raren Tondokumenten aus dem Leben der legendären englischen Altistin – und Koženás unbegleitete Darbietung des tschechischen Volksliedes "Wär’ ich eine Erdbeere" am Beginn dieses Programms erinnert ebenfalls an Ferriers berühmtes "Blow the Wind Southerly". Es ist aber tatsächlich weder Kathleen Ferrier noch vor allem die eigene Kindheit, an die Kožená (wenngleich ihre Mutter ihr einige dieser Lieder tatsächlich vorgesungen haben soll) hier anknüpft, sondern aus künstlerischer Sicht vielmehr der Beginn ihrer Karriere: Mit einer CD voller tschechischer Kunstlieder begeisterte die junge Sängerin im Jahr 2000 ein damals noch weniger mit ihrer Kunst vertrautes Publikum – und schon zwei Jahre davor hatte sie mit einer Sammlung slowakischer Volkslieder, gesetzt von Vitězslav Novák, bei ASV debütiert.
Goldene Kožená-Zeiten waren das damals – seither hat sie so manches weniger Berauschende geboten. Umso mehr können sich ihre alten Fans an diesem Programm freuen – sehr persönlich und warm ist der Tonfall, man merkt, wie viel der Sängerin am heimatlichen Repertoire liegt. Und hinsichtlich ihres Stimmeinsatzes, so könnte man meinen, besinnt sie sich auch ein wenig auf jene Zeit vor rund 20 Jahren, als sie durch die pure Schönheit und (technisch immer gut abgesicherte) leidenschaftliche Frische ihres Gesangs die Herzen der Hörer im Sturm eroberte. Was sie damals an tschechischer Liedkunst vorlegte, ergänzt sie nun um einige (leider nicht alle!) der Zigeunerlieder Antonín Dvořáks, einige Gesänge von Leoš Janáček sowie eine Reihe von Liedern Erwin Schulhoffs und Petr Ebens. Besonders mit letzteren beiden Komponisten streift sie ein noch wenig erkundetes, kaum bekanntes Repertoire, das kennen zu lernen sich unbedingt lohnt.

Michael Wersin, 10.10.2008



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