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Diverse

Revolutionary

Cameron Carpenter

Telarc/Inakustik CD 080711 / SACD 08060711
(64 Min., 3/2008) 1 CD, + DVD

Man muss schon sehen, was Cameron Carpenter mit Chopins Revolutionsetüde anstellt, um es zu glauben: In seiner Bearbeitung fuhrwerkt der 27-jährige Wunderorganist aus Pennsylvania in irrwitzigem Tempo auf dem Pedal herum, dass jedem Organisten vermutlich die Haare zu Berge stehen. Wohl um jeden Fake-Verdacht im Vorab zu entkräften, liegt der Carpenter-Debüt-CD eine DVD bei, die ihn mit diesem Stück sowie Eigenbearbeitungen von Bachs d-Moll-Toccata und Horowitz’ "Carmen-Variationen" zeigt. Drei Belege, dass der Twen im David-Bowie-Glitzerlook dabei ist, die virtuosen Grenzen des Orgelspiels kräftig zu erweitern.
Dass er dabei für die CD ein digitalisiertes Instrument benutzt, dürfte zwar Puristen auf die Palme bringen, doch denen sind Carpenters showige, immer auf Extreme abzielende Registrierungen (etwa bei Liszts "Mephisto-Walzer") vermutlich ebenso ein Gräuel wie seine geschmacklich ziemlich fragwürdigen Kompositionen, darunter eine etwas dümplige Klaus-Kinski-Hommage, die vor allem von der Mitwirkung des Schauspielers in der Edgar-Wallace-Verfilmung von "Der schwarze Abt" inspiriert zu sein scheint. Sei’s drum: Seriöse Organisten gibt’s genug und Carpenters LSD-Orgelspiel macht einfach Spaß. Seine Transkriptionen der Chopinetüden will man jedenfalls unbedingt komplett. Und das Booklet verrät, dass er auch schon Mahlers Fünfte für die Orgel verwurstet hat. Auweia!

Jörg Königsdorf, 19.12.2008



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