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Richard Strauss

Der Rosenkavalier

Anne Schwanewilms, Anke Vondung, Kurt Rydl, Sächsische Staatskapelle Dresden, Fabio Luisi

medici arts/Naxos 2056918
(212 Min., 11/2007) 2 DVDs

Bei ihrem Japangastspiel Ende 2007 präsentierte sich die Semperoper in Bestform: Statt sich auf den Raritätenwert zu verlassen, den Strauss’ "Rosenkavalier" in Tokio vermutlich immer noch besitzt, polierten die Dresdner ihre "Rosenkavalier"-Inszenierung mit einer erstklassigen Besetzung auf. Das Ergebnis ist auch für den deutschen Markt interessant, denn mit Anne Schwanewilms stand die derzeit wohl überzeugendste Marschallin auf der Bühne der NHK Hall. Schwanewilms singt die Rolle ganz in der Schwarzkopf-Tradition – nur dass sie den vokalen Facettenreichtum psychologisch glaubwürdiger einsetzt. Ihre Marschallin ist keine Kunstfigur, sondern eine hoch komplexe femme fragile, deren innere Kämpfe Schwanewilms auch darstellerisch beglaubigen kann.
Ohnehin profitiert die bis auf die Verlegung ins 20. Jahrhundert weitgehend konventionell angelegte Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg vom intimeren Fokus der Kamera: Die großflächigen Arrangements rücken in den Hinter-, die Hauptpersonen in den Vordergrund. Davon profitiert neben Schwanewilms vor allem Anke Vondungs Octavian, der Sophie im zweiten Akt mit seinen Blicken förmlich auszuziehen scheint. Wie Vondung diese Rolle (die sie auch ausgezeichnet singt) mit jugendlichem Begehren auflädt, ist einzigartig. Daneben profilieren sich die Japanerin Maki Mori als adrette, prinzesschenhafte Sophie mit feiner Stimme und Kurt Rydls sicherer Ochs. Und Fabio Luisi zeigt endlich einmal, dass er mit seiner Staatskapelle auch anders kann als laut.

Jörg Königsdorf, 27.12.2008



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