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Johann Friedrich Fasch

Concerti

Il Gardellino

Accent/Note 1 ACC24182
(61 Min., 6/2007) 1 CD

Ab Beginn des 18. Jahrhunderts trat das Instrumentalconcerto von Italien aus – dort hatten Torelli, Corelli und besonders Vivaldi diese neue Gattung auf den Weg gebracht – seinen Siegeszug nördlich der Alpen an: Italienische Concerti gelangten in großer Zahl in die Hände u. a. deutscher Kapellmeister und spornten deren Kreativität in puncto Schaffung eigener konzertanter Werke an. Einer dieser Kapellmeister war Johann Friedrich Fasch (1688-1758), der im sachsen-anhaltinischen Zerbst zwar ein wenig abseits der großen Kulturmetropolen beschäftigt war, aber mit den Großen seiner Zeit in regem Austausch stand. Dies ist der Grund dafür, dass sich eine beachtliche Menge seiner Musik erhalten hat: Die sechs Concerti des vorliegenden Programms wurden als Bibliotheksbestände in Dresden und Darmstadt überliefert.
In seinen Concerti offenbart sich Fasch freilich nicht als Revolutionär wie etwa J. S. Bach, der in seinen "Brandenburgischen" den Vivaldi-Konzerttyp gleich in seine Einzelteile zerlegte und aus denen dann etwas ganz Neues, Eigenes schuf. Auch zeichnen sich Faschs Concerti nicht durch den Einsatz übermäßiger Virtuosität aus, wie sie in der Geschichte des Concerto dann große Bedeutung gewinnen sollte. Aber damit genug der Negativdefinitionen: Faschs Musik zeugt von exzellenter Bemeisterung der seinerzeit neuen Form und darüber hinaus von souveräner Beherrschung des Kompositionshandwerks überhaupt; seine Motive und deren Verarbeitung, sein Gespür für harmonische Spannungsverläufe und sein guter Instinkt für den wirkungsvollen Einsatz der Instrumente kennzeichnen ihn als niveauvollen Tonsetzer mit der Fähigkeit, wahrhaft edle Musik zu verfassen. Den Künstlern des Ensembles Il Gardinello – die Besetzungsliste zählt einige der besten Kräfte der niederländischen Alte-Musik-Szene auf – kommt das Verdienst zu, Faschs Vorzüge aufs Trefflichste zur Geltung gebracht zu haben. Eine hörenswerte CD!

Michael Wersin, 27.12.2008



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