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Marin Marais, Johann Sebastian Bach, Michel Legrand, Jacques Brel u.a.

Chansons d´amour

Ralph Rousseau, Matangi String Quartet, Hein Van de Geyn

Challenge/SunnyMoon CC72305
(53 Min., 2/2008) 1 CD

Ursprünglich kommt der Niederländer Ralph Rousseau vom Kontrabass her, spielte er im Amsterdamer Royal Concertgebouw mit den Soltis und Harnoncourts. Und eigentlich heißt er Ralph Meulenbroeks. Weil man mit so einem Nachnamen väterlicherseits aber keine Solokarriere starten kann, wählte er lieber den französischen seiner Mutter. Zumal in Rousseau noch leicht etwas von der Goldenen Epoche der Viola da Gamba mitschwingt, an der er sich inzwischen einen Namen in der Alte-Musik-Szene gemacht hat. Zum musikalischen Kostverächter ist Ralph Rousseau deswegen aber noch lange nicht geworden. So schrubbt er in seiner Freizeit bei Jazz- und Rockbands in die Saiten. Für sein Album "Chansons d´amour" hat er Solostücke von solchen Erzgambisten wie Marin Marais mit berühmten Chansons wie das von Edith Piaf geschmetterte "La vie en rose" kombiniert.
Bei diesem zeitlich weiten Bogen vom 17. ins 20. Jahrhundert wird aber zum Glück nicht krampfhaft nach einem roten Stimmungsfaden gesucht. In den Stücken des französischen Barocks und u. a. von Antoine Forqueray erweist sich Ralph Rousseau als stolzer Edelmann und feinfühliger Sänger, der seinem sechssaitigen Instrument aus dem frühen 18. Jahrhundert mühelos all seine typischen Charakterzüge herauskitzelt. Und die machen sich auch in den Arrangements der französischen Ohrwürmer von Jacques Brel ("Ne me quitte pas") oder Hubert Giraud ("Sous le ciel de Paris") überraschend gut. Zusammen mit dem Matangi String Quartet und dem Jazzbassisten Hein Van de Geyn entsteht so dieses zartbittere Flair, das der Pianist Uri Caine mit seinen venezianischen Kaffeehausbeschalllungen salonfähig gemacht hat. Nur was hat zwischen dieser "French Connection" Bachs "Jesu bleibet meine Freude" zu suchen?

Guido Fischer, 30.01.2009



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