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Benjamin Britten

The Hidden Heart


EMI Classics 216 5719
(78 Min., 2001) 1 DVD

Ihre Liebesgeschichte ist vielleicht die schönste, aber auf jeden Fall die folgenreichste, die die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts zu bieten hat. Über 40 Jahre lang waren der Komponist Benjamin Britten und der Tenor Peter Pears ein Herz und eine Seele, und bei einem Großteil der Werke, mit denen Britten in dieser Zeit seinen Status als bedeutendster englischer Komponist festigte, spielte Pears als Interpret und Inspirationsquelle eine zentrale Rolle. Drei dieser Werke stellen Jake Martin und Teresa Griffiths ins Zentrum ihrer 2001 für den britischen Channel 4 entstandenen Dokumentation "The Hidden Heart": Brittens erster Welterfolg, das 1945 uraufgeführte Fischerdrama "Peter Grimes", das "War Requiem" und die späte, stark autobiografisch getönte Thomas-Mann-Oper "Tod in Venedig" sind die Pfeiler, von denen aus Aufstieg, Erfolg und Sterben Brittens erzählt werden.
Aus Interviews mit Zeitzeugen und Angehörigen, historischen Filmdokumenten, (Liebes-)Briefzitaten und kurzen Musikausschnitten entsteht mosaikartig ein anschauliches Bild der Beziehung zwischen dem charismatischen Sänger und dem schüchternen Komponisten, das nichts beschönigt, sondern im Gegenteil vor allem durch den ebenso offenen wie sensiblen Umgang sowohl mit den charakterlichen Schattenseiten Brittens wie auch seiner Homosexualität beeindruckt. Selbst die (unausgelebte) Pädophilie Brittens wird ohne moralisierende Besserwisserei erwähnt. Mustergültig.

Jörg Königsdorf, 13.02.2009



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