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Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy

Sonate für zwei Klaviere op. 34b, Klaviertrio Nr. 1

Martha Argerich, Lilya Zilberstein, Renaud Capuçon, Gautier Capuçon

EMI 557 468-2
(66 Min., 6/2002) 1 CD

Faszination hochsensibler und gleichzeitig hochvirtuoser Klavierkunst: Nach wie vor begeistert Martha Argerich, die sich seit geraumer Zeit nicht mehr ganz allein auf dem Podium präsentieren mag, durch ihr ganz eigenes, unverwechselbares Spiel. Unter Hochspannung beispielsweise beginnt sie gemeinsam mit der russischen Pianisten Lilya Zilberstein nach wenigen ruhigeren Einleitungstakten die Exposition im ersten Satz von Johannes Brahms’ Sonate für zwei Klaviere in f-Moll op. 34b (Brahms setzte das Stück später für Klavierquintett). Nicht weniger intensiv entlädt sich das wuchtige Scherzo dieser Sonate. Dazwischen gibt es im ruhigeren Andante den Brahms der schwermütigen Melodien zu genießen.
Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio Nr. 1 in d-Moll ist ein bekanntes und beliebtes Stück voller herrlicher melodischer Einfälle, die Mendelssohn in gewohnter Weise zu einem homogenen Ganzen von zeitloser Schönheit verarbeitete. An den Pianisten stellt er, der selbst ein begnadeter Virtuose war, dabei beachtliche technische Anforderungen. Diese bewältigt Martha Argerich mit großer Selbstverständlichkeit: Überwältigend plastisch und locker perlt etwa das diffizile Laufwerk im Scherzo dahin. Ihre sensible Seite zeigt Argerich zuvor in der Einleitung des überirdisch schönen langsamen Satzes, die sie mit atemberaubender Fragilität zelebriert. Renaud und Gautier Capuçon sind ihr in Mendelssohns Trio ebenso qualifizierte und aufmerksame Partner wie Lilya Zilberstein bei Brahms. Kein Zweifel: Kammermusik vom Feinsten!

Michael Wersin, 12.07.2003



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