Responsive image
Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonia Concertante KV 364, Concertone KV 190

Julia Fischer, Gordan Nikolitch, Netherlands Chamber Orchestra, Yakov Kreizberg

Pentatone/Codaex PTC 5186 098
(63 Min., 03/2007) 1 CD

Arme Julia Fischer! Da hat Deutschlands Nachwuchsgeigerin Nummer eins eigentlich einen schönen, schlanken Mozartklang und ein Feeling für anmutige Phrasierung – und wird von den Produzenten ihres Labels erbarmungslos mit einem unsensiblen Dirigenten und zweitklassigen Orchestern zusammengespannt. Kein Wunder, dass auch die dritte Folge ihres Mozartzyklus wie ein Bonbon wirkt, das in den Schmutz gefallen ist: So süß Fischers (wenngleich nicht besonders variabler) Geigenton auch ist, will man doch nicht davon kosten, weil zu viel Unappetitliches daran klebt. In der Sinfonia Concertante, Mozarts schönstem Violinkonzert, ist das zunächst der hässliche Bratschenton von Goran Nikolitch, der in seiner kratzigen Tristesse an einen traurigen Clown erinnert. Dann ist da das Niederländische Kammerorchester, offenbar eine ziemliche Gurkentruppe, deren grobes, uninspiriertes Spiel von den Toningenieuren überflüssigerweise auf sinfonische Dimension aufgeblasen wird. Und dann ist da noch Yakov Kreizberg, der in den Ecksätzen versucht, durch übertriebene Akzentsetzungen und verhetzte Tempi Harnoncourt und Gardiner zu imitieren, aber nur völlige Stillosigkeit und das Fehlen jeglichen natürlichen Pulses für Mozarts Musik offenbart. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass die Dinge auch im frühen Concertone für zwei Violinen nicht anders liegen. Das hat Julia Fischer schlichtweg nicht verdient.

Jörg Königsdorf, 01.12.1999



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wer hätte gedacht, dass Richard Strauss auch so schlank und kurzweilig komponieren konnte! Für alle, die bisher Strauss vor allem über den opulenten „Rosenkavalier“ oder seine klangprächtigen Tondichtungen wie „Till Eulenspiegel“ und „Don Quixote“ kennen gelernt haben, ist vielleicht die Bühnenmusik zu „Der Bürger als Edelmann“ eine wohltuend erfrischende Erfahrung. Das Projekt entstand aus dem absurden Plan heraus (ausgeheckt von Strauss und seinem Lieblings-Librettisten […] mehr »


Top