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Gustav Mahler

Sinfonie Nr. 2 c-Moll

Eteri Gvazava, Anna Larsson, Festivalorchester Luzern, Orfeón Donostiarra, Claudio Abbado

medici arts/Naxos 2053269
(86 Min., 8/2003) 1 CD

Am Ende, nach dem Es-Dur-Schlussakkord, bricht er aus. Ein einziger Jubelchor. Und selbst, als sich die Musiker des Lucerne Festival Orchestra freundschaftlich untereinander verabschiedet und daraufhin das Podium verlassen haben, steigert sich das Publikum noch einmal. Als nämlich Claudio Abbado zurückkehrt und mit einem Blumenregen bedacht wird. Am 21. August 2003 feierte man ihn. Den Geburtsvater des frisch gegründeten, mit allerlei Prominenz besetzten Lucerne Festival Orchestra und den von schwerer Krankheit genesenen Maestro. Der hatte eben demonstriert, wie man ein sinfonisches Schwergewicht unter Hochspannung setzt, wie man einen unerlässlichen Schärfe- und Intensitätsgrad erreicht, um Mahlers "Auferstehungssinfonie" den oftmals allzu peinlichen und penetranten Pathos-Beigeschmack zu nehmen.
Der Livemitschnitt aus dem Konzertsaal des Kultur- und Kongresszentrums Luzern hat sich inzwischen auf CD zu einer Maßstäbe setzenden Geburtsurkunde eines Orchesters entwickelt, das seitdem regelmäßig im Sommer von Abbado zusammengerufen wird. Und natürlich bietet der DVD-Mitschnitt vom Premierenjahr 2003 jetzt nicht nur reichlich bekannte Gesichter im Auditorium, von Mariss Jansons bis Bruno Ganz. In den rund 90 Minuten Spieldauer von Mahlers Zweiter Sinfonie fängt die Kamera immer wieder die Mitglieder dieses All-Star-Orchesters ein, ob Klarinettistin Sabine Meyer, Flötist Emmanuel Pahud, Oboist Albrecht Mayer oder die Cellistin Natalia Gutman. Und die um die Mitglieder des Mahler Chamber Orchestra versammelten, namhaften Solisten schaffen gemeinsam nun das, was selbst familiäre Orchestergemeinschaften auch nach Jahren und Jahrzehnten nicht hinbekommen: Es ist die Balance aus künstlerischer Integrität und interpretatorischer Authentizität, die verblüfft und dementsprechend die Publikumsreaktionen rechtfertigte.

Guido Fischer, 14.03.2009



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