Responsive image
Joseph Haydn

Arie per un’amante

Nuria Rial, Margot Oitzinger, L’Orfeo Barockorchester, Michi Gaigg

DHM/Sony BMG 88697 38867-2
(53 Min., 9/2008) 1 CD

Wie müssen wir sie uns vorstellen, jene Sängerinnenmusen, die Joseph Haydn in seinen langen Dienstjahren am Hofe des Fürsten Esterházy kennen gelernt, geschätzt und mit maßgeschneiderten Arien beglückt hat? So wie die hier zu hörende Nuria Rial, oder eher wie Anna Bonitatibus, die kürzlich beim selben Label ein Haydn-Arienalbum vorgelegt hat? Mit anderen Worten: Eher mädchenhaft-lieblich, ein wenig jungfräulich gar und im Timbre ebenmäßig klar (Rial) oder vollblütig-weiblich, leidenschaftlich vibrierend und im Timbre dunkel-geheimnisvoll (Bonitatibus)? Wir wissen nicht, auf welchen Typ Haydn stand, aber wir dürfen behaupten, dass seine Arien (die beiden CDs enthalten übrigens nur zwei gemeinsame Arien) zu beiden Charakteren passen.
Nuria Rial widmet sich den Einlagearien, die Haydn für die Opern anderer Komponisten, welche er bei Hofe aufzuführen hatte, schrieb. Sie tut dies mit den oben genannten Qualitäten durchaus reizvoll und charmant (sanfte Portamenti eingeschlossen), selten mal ein ganz klein wenig unsauber. Was Nuria Rial, die Zarte, an Feuer schuldig bleiben muss, das steuert zu diesem Programm Margot Oitzinger bei: Sie präsentiert mit ihrer angenehm dunklen, aber dennoch schlank geführten und vibratoarmen Stimme einige Einlagearien für Mezzosopran. Beide Sängerinnen werden vorzüglich begleitet vom L’Orfeo Barockorchester und Michi Gaigg, das flexibel genug ist, sich bei Nuria Rials Arien eher in sanfter Zurückhaltung zu üben und mit Margot Oitzinger kräftigere Akzente zu setzen.

Michael Wersin, 19.03.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wer hätte gedacht, dass Richard Strauss auch so schlank und kurzweilig komponieren konnte! Für alle, die bisher Strauss vor allem über den opulenten „Rosenkavalier“ oder seine klangprächtigen Tondichtungen wie „Till Eulenspiegel“ und „Don Quixote“ kennen gelernt haben, ist vielleicht die Bühnenmusik zu „Der Bürger als Edelmann“ eine wohltuend erfrischende Erfahrung. Das Projekt entstand aus dem absurden Plan heraus (ausgeheckt von Strauss und seinem Lieblings-Librettisten […] mehr »


Top