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Saskamodie

Mocky

Crammed Discs/Indigo 928092
(41 Min.) 1 CD

In diesem Fall muss man wohl vom genius loci sprechen. Denn: Was kommt dabei heraus, wenn sich der ehemalige Electro-Soul-Kauz Mocky zwei Wochen im berühmten Pariser Ferber-Studio einmietet? Genau: Eine Platte, die so luftig und so leicht schräg klingt wie der Soundtrack eines leider nie gedrehten französischen Films aus den Sechzigerjahren. Man weiß es ja inzwischen: Der Exil-Kanadier, der seit zehn Jahren in Berlin arbeitet, ist schon lange nicht mehr der seltsame Irre, der in Zoos mit Affen und Zwerghippos Nachmittagskonzerte gibt (hat er tatsächlich gemacht). Aber dass er jetzt ein fast im Alleingang eingespieltes akustisches Album herausbringt, das es durchaus mit Easy-Listening-Schwergewichten wie Burt Bacharach aufnehmen kann, ist dann schon wieder eine Überraschung.
Es gibt perlende Klavierläufe, Streicher, gesummte Vocals, zuweilen ist gar eine Blockflöte zu vernehmen – und doch schafft es der Multi-Instrumentalist Mocky, der hier und da unauffälligen Beistand von berühmten Freunden wie Gonzales, Jamie Lidell oder Feist erhält, eine perfekte Balance zwischen ernsthafter Musikalität und unbedarfter Kindlichkeit zu finden. "Saskamodie" ist auf ausgeschlafene Weise naiv, erhaben gestrig und sehr, sehr schön. Hintergrundmusik? Schon. Aber jeder Vordergrund dürfte es schwer haben, sich dagegen durchzusetzen.

Josef Engels, 30.03.2009



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