Responsive image

Great Voices of the Golden Age

Rita Streich, Christa Ludwig, Irmgard Seefried, Gundula Janowitz, Gré Brouwenstijn, Galina Wischnewskaja

medici arts/Naxos 3075838
(82 Min., 1962-1972) 1 DVD

Zwischen 1962 und 1972 entstanden die hier präsentierten Aufnahmen berühmter Sängerinnen des "Golden Age" – so titelte der Herausgeber für das Cover –, und sie werden sicher niemanden, der eine Sensibilität für großartigen Gesang besitzt, kaltlassen: Eine Diva wie Gré Brouwenstijn "Isoldes Liebestod" live singen zu hören und zu sehen, gehört schon zu den gehobenen Erlebnissen – faszinierend die technische Souveränität dieser Künstlerin, mitreißend ihre Ausstrahlung, gewaltig ihre Spitzentöne, deren Durchschlagskraft das Orchester nicht im Mindesten zu beschneiden vermag. Und die Russin Galina Wischnewskaja: Wie auf Schienen läuft ihre mächtige Stimme, in der Höhe wie in der Tiefe. Eine Ausdruckspalette von höchster Dramatik bis zu entspannter Nonchalance steht der Sängerin mühelos zu Gebote, die von ihrem vielseitigen Gatten Mstislaw Rostropowitsch (und eindeutig nicht von Janine Reiss, wie auf der DVD-Hülle fälschlicherweise behauptet) bei zwei Tschaikowskyliedern schlechthin perfekt am Klavier begleitet wird.
Ungetrübten vokalen Sonnenschein bietet dem Hörer schließlich Rita Streich, diese traumwandlerisch sichere Sängerin mit einzigartig schöner Stimme. Außerdem Christa Ludwig (mit Gerald Moore am Klavier), Gundula Janowitz und Irmgard Seefried, letztere mit einem orchesterbegleiteten Liederzyklus von Werner Egk: Wundervolle Dokumente, deren Tonqualität zwar oftmals deutlich schlechter ist als bei Plattenaufnahmen aus dem Studio, die durch die Bildebene aber unendlich viel mehr vermitteln von den Liveeindrücken, die diese Diven bei ihrem Publikum hinterlassen haben.

Michael Wersin, 11.04.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top