Johann Friedrich Fasch

Concerti & Ouvertüren

Giuliano Sommerhalder, Kammerorchester Basel, Julia Schröder

DHM/Sony BMG 88697 44641-2
(61 Min., 4 u. 7/2008) 1 CD

 
Johann Friedrich Fasch

Concerti & Ouverture

Gabriele Cassone, Zefiro, Alfredo Bernardini

DHM/Sony BMG 88697 36792-2
(64 Min., 4/2005) 1 CD

 

Zugegeben, 2008 war Faschjahr (man gedachte seines 250. Todestags), aber warum bei ein und demselben Label zwei praktisch titelgleiche Fasch-CDs mit Orchestermusik erscheinen, in deren Programmen auch noch eines der Werke identisch ist, bleibt vermutlich ein Geheimnis der Deutschen Harmonia Mundi. Nun, den Rezensenten freut’s, hat er auf diese Weise doch eine direkte Vergleichsmöglichkeit. Die Gegenüberstellung der beiden Versionen des Trompetenkonzerts in D-Dur lässt eindeutig die Einspielung des Kammerorchesters Basel mit dem Solisten Giuliano Sommerhalder als "Sieger" hervorgehen: Die Integration der Trompete in den Orchesterklang gelang hier besser als beim Ensemble Zefiro, die rascheren Tempi der ersten beiden Sätze gereichen der Musik zum Vorteil. Vor allem jedoch kommt Faschs Kunstgriff, die Trompete immer wieder mit einer oder zwei Solooboen so geschickt zusammenzuführen, dass der Hörer mehrere Trompeten wahrzunehmen meint, in der Einspielung des Ensembles Zefiro häufig überhaupt nicht zur Geltung – dies ist eigentlich der überraschendste Unterschied zwischen den beiden Produktionen.
Darüber hinaus gibt es eine Menge weiterer Stücke von Fasch kennenzulernen, das Ensemble Zefiro liefert zusätzlich auch ein Concerto in E für Trompete, Violine, Oboe d'amore und Orchester von Faschs Sohn Carl Friedrich Christian: Ein hinsichtlich der stilistischen Unterschiede zwischen Vater und Sohn hörenswertes Stück, dessen Trompetenpart übrigens so seine Tücken hat – der sehr gewandte Gabriele Cassone scheint hier hin und wieder bis an die Grenzen des Machbaren gefordert. Aber die CD des Kammerorchesters Basel bleibt in puncto Klangbild freilich auch bei den anderen Stücken befriedigender: kompakt und schlank bei gleichzeitig guter Transparenz und optimaler Herausarbeitung der einzelnen Instrumentalfarben – eine großartige Leistung auf dem Gebiet der Orchesterdisziplin, die vielleicht nicht ganz zufällig gerade unter der Leitung der mit dem Ensemble sehr vertrauten Konzertmeisterin Julia Schröder zustande kam.

Michael Wersin, 11.04.2009




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