Responsive image
Joseph Haydn

Klaviersonaten Teil 2: Die späten Sonaten

Alain Planès

harmonia mundi HMX 2961994
(73 Min., 10/2007) 1 CD

Selten haben wir Klaviersonaten von Joseph Haydn so differenziert, in ihrer musikalischen Gestik so sehr zum Greifen nah erlebet wie in dieser Einspielung von Alain Planès, der mit den vier späten Sonaten Nr. 48, 49, 50 und 52 freilich auch besonders reizvolle, ihrer kompositorischen Faktur nach erstklassig ausgearbeitete Stücke eines reifen Genies zu bieten hat. Feinste dynamische, agogische und vor allem klangfarbliche Schattierungen zeugen von Planès' überaus gründlicher Auseinandersetzung mit der Materie vor dem Hintergrund der Frage, wie sich Haydns spezifische Tonsprache am umfassendsten vermitteln lässt.
Planès entlockt dem modernen Flügel, den er verwendet, kammermusikalisch-intime Klänge, die ziemlich genau das Gegenteil dessen sind, was andere, oberflächlichere Tastenakrobaten in letzter Zeit aus diesen fragilen Stücken gemacht haben. Tiefendimension statt Hochglanzpolitur, verhaltene, bisweilen fast verhangene Farben statt gleißenden Funkenzaubers. Die tiefe Zuneigung des Interpreten zu dieser Musik überträgt sich in jedem Augenblick direkt auf den Hörer – ein wunderbares Geschenk zum Haydnjahr.

Michael Wersin, 22.05.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top