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Richard Wagner

Lohengrin

Johan Botha, Adrianne Pieczonka, Petra Lang, Falk Struckmann, WDR Sinfonieorchester Köln, Semyon Bychkov

Hänssler Profil/Naxos PH90765
(215 Min., 5 u. 6/2008) 3 CDs, SACD

Allen Kölnern, die sich in den letzten Jahren über den Niedergang ihres Opernhauses grämten, bot Semyon Bychkov wenigstens ein Trostpflaster. Während seiner (noch bis 2010 andauernden) Ägide beim WDR-Sinfonieorchester gab es in der Domstadt wenigstens konzertante Oper von überregionaler Ausstrahlung, wovon unter anderem ein respektabler Mitschnitt von Strauss' "Daphne" mit Renée Fleming Zeugnis ablegt. Auch bei Bychkovs "Lohengrin" ist die Besetzung handverlesen: Der Südafrikaner Johan Botha ist derzeit der schärfste Konkurrent von Klaus Florian Vogt um den Titel des besten Schwanenritters, Falk Struckmann (Telramund), Kwangchul Youn (Heinrich) und Adrianne Pieczonka gehören sämtlich in die Topliga des internationalen Wagnergesangs. Das Ergebnis allerdings enttäuscht: Bothas in den Höhen der Gralserzählung schon etwas aufgerauter Tenor besitzt noch weniger dramatisches Temperament als Pieczonkas schmalstimmige Elsa, die erst in der Brautgemachszene etwas auftaut. Und Petra Lang muss als Ortrud dermaßen forcieren, dass man für Falk Struckmanns übersäuerten Telramund schon fast wieder dankbar ist. Das störende Vibrato der Sänger mag man auf die Tontechnik schieben, stören tut es trotzdem. Von Dramatik weiß auch Bychkov wenig: Sein Wagnerklang ist in den Streichern seidenweich und präzise, im Blech martialisch, besitzt aber kaum Theaterblut. Warten wir lieber auf den nächsten Bayreuthmitschnitt.

Jörg Königsdorf, 10.07.2009



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