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Ludwig van Beethoven, Gustav Mahler

Klavierkonzert Nr. 1, Sinfonie Nr. 1

Margarita Höhenrieder, Sächsische Staatskapelle Dresden, Fabio Luisi

medici arts/Naxos 2057718
(172 Min., 4/2008) 1 DVD

Wer sich zunächst das rund 20-minütige Porträt über die deutsche Pianistin Margarita Höhenrieder anschaut, der bekommt mehr als nur eine leichte Ahnung von dem, was ihr Spiel im Allgemeinen und ihr Beethovenbild im Speziellen ausmacht. Höhenrieder, die es trotz der Unterrichtsstunden bei Leon Fleisher und des Gewinns des Busoni-Wettbewerbs nie in die erste Riege geschafft hat, ist keine intellektuelle Wortschleiferin. Und von Starallüren ist bei ihr nichts zu spüren, wenn sie mit einer gewissen Ehrfurcht dem Zusammenspiel mit der traditionsreichen Staatskapelle Dresden entgegensieht. Beim gemeinsamen Gastspiel mit dem Staatskapellen-GMD Fabio Luisi in der Münchner Philharmonie lag nun Beethovens 1. Klavierkonzert bei Margarita Höhenrieder in den technisch besten Händen. Das war es dann aber auch, angesichts einer ganz das Klassische betonenden Vermittlung, die im Laufe der drei Sätze an Spannung verliert. Weder wagt Margarita Höhenrieder virtuosen Schwung noch forcierte Expressivität, sind subtile Dringlichkeit und kernige Energie ihre Sache nicht. Ihr Beethoven ist mit einem Wort: solide. Dass die Staatskapelle an dieser stets berechenbaren und unreflektierten Gangart erheblichen Anteil hat, dass man auf konfektionierte Harmonie und damit Harmlosigkeit setzte, überrascht dann doch. Zumal es bis dahin zu Fabio Luisis Charakterstärken gezählt hatte, sein italienisches Naturell anspornend einzusetzen.
Eine radikale Kehrtwende bot jener Aprilabend aber leider nicht. Wobei Gustav Mahlers 1. Sinfonie eigentlich so einiges an Derbheiten, Tänzerischem und Zersplittertem bietet. Mit einer maßstabsgetreuen Akkuratesse kommt man jedoch Mahlers Klangkunst, seiner unendlichen und bis zum Zerreißen gespannten Gedankenkette nicht bei.

Guido Fischer, 21.08.2009



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