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Henry Purcell

The Fairy Queen, The Prophetess

Le Concert des Nations, Jordi Savall

Alia Vox/harmonia mundi AVSA 9866
(63 Min., 9/1996) 1 CD

Im Rahmen der Reihe "Heritage", mit der der Alte-Musik-Marathonmann Jordi Savall sein inzwischen riesiges Schallarchiv peu à peu aufarbeitet, steht die Folge Nr. 5 ganz im Zeichen von Henry Purcell. Bereits 1996 hatte Savall mit Le Concert des Nations die Suiten aus Purcells Semi-Opern "The Prophetess" und "The Fairy Queen" eingespielt. Und nachdem diese Aufnahme nun durch die soundtechnische Waschanlage geschickt worden ist, erstrahlen die Instrumentalsätze, die Tänze, Fanfaren und lautmalerischen Edelsteine in Form von zärtlichen Vogelgesängen auch im akustisch neuen Glanz. Dank Savalls Ensemble öffnet sich jetzt vollends die musikalische Zauberwelt von "The Fairy Queen". Auf Samtsohlen schweben da die Feen übers Parkett und man taucht selbst wohlig in die Nacht hinein, um danach bei der festlichen Zeremonie zu Ehren von Phoebus über die Stahlkraft der Trompeten zu staunen.
Die würdevolle Kantabilität, die zwischendurch immer wieder auch angestimmt wird, macht zwar Purcell als Orpheus Britannicus alle Ehre. Zugleich schwingt aber auch jener Einfluss der französischen Barockmusik noch unmittelbarer mit, die sich trotz aller politischen Animositäten ins musikalische England einschmuggeln konnte. Besonders deutlich wird dies in der Antikenproduktion "The Prophetess" und speziell in dem Tanz der Furien, der mit seiner dramatisch-strengen Rhythmusrhetorik glatt aus der Feder Jean-Baptiste Lullys stammen könnte.

Guido Fischer, 21.08.2009



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